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Weiher vor Gut Weyen in Düren droht auszutrocknen

Sorge um Fischbestand : Anwohner kritisiert die Ebbe vor Gut Weyern

Wer an Schloss Burgau entlangspaziert, dem fällt schnell auf, dass der dortige Teich seine giftgrüne Farbe verloren hat. Erst Montagmittag stellten zwei Spaziergängerinnen erfreut fest, dass es nicht mehr so aussieht, als schwämmen die Enten auf einem grünen Teppich.

Während sich auf der Wasseroberfläche des Schlossteiches wieder die historischen Gemäuer spiegeln und man sogar die Fische im Wasser erkennen kann, sieht die Lage an einem Gewässer keine drei Kilometer weiter nördlich prekärer aus.

Die Weiher rund um Gut Weyern fallen nicht wegen ihrer Farbe – bedingt durch exponentielles Algenwachstum – auf, sondern weil sie trocken fallen. Das kann Anwohner Helmut Witten von seinem Wohnzimmerfenster aus beobachten. Sein Garten grenzt an das Gewässer, dessen Pegelstand wohl schon seit vier bis sechs Wochen bedenklich sinkt. „Normalerweise sind die Weiher voller Wasser“, sagt er und deutet mit einer ausladenden Geste auf den Tümpel, der sichtbar nicht mehr so hoch ans Ufer ragt wie sonst. Witten schätzt, dass das Wasser mindestens 40 Zentimeter tiefer steht als üblich.

Dafür sieht er mehrere Ursachen: Zunächst seien in diesem und dem Vorjahr natürlich die Sommer extrem trocken gewesen, auch die Grundwasserabsenkung, verursacht von RWE, sei nicht von der Hand zu weisen. Diese Auswirkungen seien schließlich auch im Teich vor Schloss Burgau spürbar. Warum dort Wasser zugeleitet wird, bei den Weihern weiter nördlich aber nicht, ist Witten schleierhaft. Er sieht die Stadt in der Verantwortung und macht sich Sorgen um die zahlreichen Fische in den Weihern. Ihr Lebensraum wird nicht nur kleiner, sie werden auch immer mehr zum gefunden Fressen für Reiher, weil sie im flachen Wasser so leicht zu erkennen sind. Außerdem ist Helmut Witten aufgefallen, dass die Gänse wegbleiben, weil sie nicht mehr auf dem niedrigen Wasser landen können, ohne sich zu verletzen.

Manche Bereiche sind so trocken gefallen, dass man sie für normalen Waldboden und nicht etwa den Grund eines Weihers halten muss. Gerade diese Stellen sind es nach Helmut Wittens Erfahrung, die Passanten dazu motivieren, hier Müll abzuladen. „Die Stadt müsste hier mal sauber machen“, fordert er. „Die lassen das hier einfach so vermüllen.“ Der Unrat auf der einen Seite und der seiner Ansicht nach „katastrophale Wasserstand“ machen ihm Sorgen.

Ein Ansprechpartner in der Stadtverwaltung war am Montag spontan nicht zu sprechen. Nur so viel hieß es aus dem Rathaus: Das Gut sei privat, ein Teil der Weiher liege aber im städtischen Zuständigkeitsbereich. Die Verwaltung ist dabei, Möglichkeiten für Maßnahmen zu prüfen, und wird hierüber noch informieren.