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Kirchenkreis: Weichenstellung angesichts sinkender Kirchensteuern

Kirchenkreis : Weichenstellung angesichts sinkender Kirchensteuern

Evangelische Kirche feilt weiter an ihrem Weg in die Zukunft. Die Priesterzahl wird sich bis 2030 halbieren, die Kirchensteuereinnahmen erheblich sinken.

Gut 90 Vertreterinnen und Vertreter der Kirchengemeinden und der kreiskirchlichen Arbeitsbereiche waren ins Haus der Evangelischen Gemeinde nach Düren gekommen, um über zwei Zukunfts-Baustellen zu beraten und zu beschließen: Zum einen ging es um den aktuellen Zukunftsprozess, der seit Monaten viele Menschen im Kirchenkreis beschäftigt, zum anderen heißt es angesichts deutlich sinkender Kirchensteuereinnahmen den kreiskirchlichen Haushalt zu konsolidieren.

Die Leitungen von Diakonie, Jugendreferat und Verwaltung sind nach Angaben des Kirchenkreises seit dem vergangenen Jahr mit der Aufgabe befasst, auf die zu erwartenden deutlich niedrigeren Kirchensteuereinnahmen insbesondere ab 2030 zu reagieren. Die Aufgabe: „Wenn die Kirchensteuerkürzungen so wie prognostiziert eintreten, benötigen wir Antworten auf die Fragen, wie wir einerseits mit steigenden Personalkosten und andererseits mit notwendigen Investitionen in unsere Immobilien umgehen. Es stellt sich die Frage, an welchen Stellen wir Kosten senken oder (neue) Erträge generieren können“, heißt es in einer Mitteilung. Alle Dienststellen würden bis zur Sommersynode 2023 entsprechende Ergebnisse vorlegen, damit dann die Synodalen entsprechende Beschlüsse fassen können.

In neun Teilprojekten (Jugend, Seelsorge und Trauerarbeit, Digitalisierung, Verwaltung, Öffentlichkeitsarbeit/Sprache, Ehrenamt, Diakonie, Immobilien, Bildung) haben in den vergangen Monaten Menschen aller Altersgruppen sich Gedanken gemacht, „wie Kirche lebendig und attraktiv bleiben/werden kann, nicht nur im Blick auf die weniger werdenden Finanzmittel“, teil der Kirchenkreis mit. Zugleich waren und sind die Gemeinden in den fünf Regionen des Kirchenkreises aufgefordert, Konzepte zu erarbeiten, wie trotz der 2030 zu erwartenden Halbierung der Pfarrstellen möglichst eine pfarramtliche Präsenz in der Fläche erhalten werden kann. Diese Aufgabe wurde von der Synode beschlussmäßig festgehalten.

Die Synodalen fassten zwei weitere Beschlüsse, wie der Kirchenkreis mitteilt: Zum einen wurde die Gründung einer KiTa gGmbH beschlossen. Diese Gesellschaft wird von mehreren Kindertagesstätten im Kirchenkreis getragen und finanziert. Sie wird einen Geschäftsführer beschäftigen, der dann für alle angeschlossenen Kitas für verwaltungstechnische, rechtliche und andere Fragen zuständig ist.

Zweitens: Die Evangelische Jugend im Rheinland (EJiR) hat einen Gremien-Selbst-Check entwickelt. Damit überprüfen Leitungsgremien, ob sie die Beschlüsse der landeskirchlichen Jugendsynode 2019 umsetzen: Alle Gremien sollen zum Beispiel einen bestimmten Prozentsatz ihrer Sitze mit Jugendlichen besetzen, um eine Teilhabe der jungen Generation an Beratungen und Beschlüssen zu gewährleisten. Dieser Gremienselbstcheck wurde von den Synodalen für alle Gemeinden verpflichtend beschlossen.

Der Haushalt 2023 umfasst Einnahmen und Ausgaben in Höhe von knapp 14 Millionen Euro.

Mehr Informationen zum Zukunftsprozess auf https://www.kkrjuelich.de