Ab Dezember Werktags: Weichen stellen für die Bördebahn

Ab Dezember Werktags : Weichen stellen für die Bördebahn

Ab Dezember soll die RB28 wieder werktags fahren. Einige Arbeiten stehen allerdings zwischen Düren und Euskirchen noch an.

Am Bahnübergang in Bubenheim war lange nicht mehr so viel los wie gestern. Zum symbolischen Spatenstich für die Reaktivierung der Bördebahn kamen Ortsvorsteher, Bürgermeister, Landräte und Landtagsabgeordnete zusammen, um mit den Verantwortlichen der Rutalbahn und des Nahverkehrs Rheinland (NVR) diesen Meilenstein zu feiern.

So viel vorweg: Wann genau das Fernziel – eine 34-minütige Bördebahn-Verbindung im Stundentakt zwischenden den Kreisstädten Düren und Euskirchen – erreicht ist, steht noch nicht fest. Im Jahr 2020 wird es aber noch nicht soweit sein. Der Startpunkt für den so genannten Vorlaufbetrieb steht aber weiterhin fest: Ab Dezember fahren die Züge der Linie RB28 nicht mehr nur am Wochenende oder an Feiertagen, sondern sechsmal pro Werktag. Die Fahrtzeit wird zunächst noch eine knappe Stunde betragen.

Bis heute wurden auf einer Länge von 6,5 Kilometern die Gleise erneuert, im weiteren Verlauf müssen noch einige Bahnsteige und -übergänge neu angelegt sowie Schranken errichtet werden. Bis zum Vorlaufbetrieb werden die Stationen in Vettweiß und im Euskirchener Stadtteil Elsig nicht fertig sein, dort laufen noch die Planfeststellungsverfahren. Die Bahnsteige in Binsfeld, Rommelsheim, Jakobwüllesheim und Zülpich sollen nach aktueller Planung aber bis Ende des Jahres tadellos sein.

Für die Errichtung der ersten Haltepunkte und die so genannte Fahrbarmachung der Strecke überreichte NVR-Geschäftsführer Heiko Sedlaczek, gestern einen Förderbescheid in Höhe von 6,5 Millionen Euro. Insgesamt werden in die Reaktivierung rund 25 Millionen Euro investiert. Vor dem Hintergrund dieser Summe, aber auch der Zeit, die das Projekt in Anspruch nimmt, sagte Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU), dass es ein großer Fehler gewesen sei, die Strecke 1998 still zu legen. „Um das, was wir damit an Infrastruktur verloren haben, zu reaktivieren, brauchen wir nun Jahre“, sagte er. Der gestrige Tag sei aber eine Blaupause für den Strukturwandel, meinte Spelthahn und wies auf die Bedeutung der beiden anderen Strecken hin, die im Kreis Düren noch wiederbelebt werden sollen: Linnich-Baal und der „Braintrain“ zwischen dem Campus Aldenhoven und dem Brainergypark Jülich. Spelthahn mahnte an: „Wir brauchen schnellere Entscheidungen. Jetzt ist die Stunde zu sagen, wie es mit unserer Region weitergehen soll.“

Nicht nur der Landrat, sondern auch Heiko Sedlaczek (NVR) und Herbert Häner, Geschäftsführer der Rurtalbahn, nutzen die Gelegenheit, der Interessengemeinschaft Rurtalbahn und deren Arbeitskreis Bördebahn für ihr hartnäckiges Engagement zu danken. Sie hätten mit Herzblut die Strecke aufrecht und das Thema lebendig gehalten. „Wäre der komplette Verkehr eingestellt worden, wären Entwidmungen ins Gespräch gekommen“, meinte Sedlaczek. Das Engagement der IG sei ein „wichtiger und richtiger Schritt“ gewesen, damit nun überhaupt reaktiviert werden könne.

Ein erster großer Meilenstein auf dem Weg in diese Richtung war 2014 die Landesgartenschau in Zülpich. Seitdem werden an Wochenenden und Feiertagen Personen auf dieser Strecke befördert. In vier bis fünf Monaten soll der nächste Meilenstein folgen.