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Fastenzeitaktion: Was macht der Wal in der Annakirche?

Fastenzeitaktion : Was macht der Wal in der Annakirche?

Was macht der Wal in der Dürener Annakirche? In der diesjährigen Fastenzeitaktion beschäftigen sich die Kinder der Pfarre Sankt Lukas mit der biblischen Geschichte von „Jona und dem Wal“.

Im Familienausschuss entstand die Idee dieses erlebnistheologischen Projektes für Kinder. Im Jugendzentrum Roncalli-Haus wurde der Walfisch konstruiert und angestrichen. Der Leiter des Jugendzentrums, Elmar Decker, und sein ehrenamtlicher Mitarbeiter Eugen Hartwig entwarfen die Konstruktion. Jugendliche halfen beim Auftragen des Pappmachés. Danach wurde das Kunstwerk in die Annakirche transportiert: „Schon der Transport war ein großes Ereignis“, erzählt Gemeindereferentin Marga Fleischmann. Seit dem zweiten Fastensonntag lädt der Wal in der Annakirche alle interessierten Kinder ein, einmal in ihn hineinzukriechen und dem nachzuspüren, was Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches erlebt hat. Begleitend werden Informationsmaterialien für Kinder und Erwachsene zur Verfügung gestellt.

Gemeinsam mit ihren Erzieherinnen erlebten die Kinder der Sankt-Lukas-Kitas St. Marien und St. Anna die Jona-Erzählung in der Kirche. „Sieben Kinder passen in den Fisch – und es ist sogar noch Platz für ein weiteres Kind“, so die freudige Nachricht der Kinder aus dem Bauch des Wales. Die Kinder hatten vorher einzeln im Inneren gesessen oder gelegen. Das Wichtigste an der Geschichte, so der Tenor der Kita-Kinder: „Im Wal ist es dunkel und einsam, aber Jona hat Gott getroffen!“ Das Liebste war ihnen, dass der Wal Jona wieder an Land gespuckt hat.

Die Geschichte des Propheten Jona begleitet auch die erwachsenen Gemeindemitglieder der Pfarre Sankt Lukas durch die diesjährige Fastenzeit. Der Türgriff der Annakirche nimmt das Motiv von Jona und dem Wal auf und ist Titelbild des aktuellen Pfarrbriefs. Täglich gibt es auf der Stele vor der Annakirche und auf der Sankt-Lukas-Webseite Impulse aus dem Leben dieses besonderen Propheten. Wir alle sind gefordert, uns wie Jona die Frage zu stellen: Hau ich ab? Oder stelle ich mich dem Ruf Gottes? Was ist mein Platz in dieser Zeit, in dieser Welt, in diesen Herausforderungen von Krieg und Frieden?

Drei Tage und Nächte ist Jona im Bauch des Walfisches. Eine Zeit, in der Jona in die Tiefe geht. Er taucht nicht nur körperlich mit dem Fisch in die Tiefen des Ozeans. Jona spürt in der Abgeschiedenheit in sich hinein. Er ringt mit Gott, der ihm den Auftrag gegeben hat die Menschen zu ermahnen, ihr Leben zu ändern und sich dem Guten zuzuwenden. Vor diesem Auftrag will Jona zunächst davonlaufen. Als er nach drei Tagen aus dem Inneren des Wales wieder ans Land gespuckt wird, ist er verwandelt. Der Ruf, den Jona im Auftrag Gottes weitersagen sollte, ist für die Gläubigen heute noch aktuell: Kehrt um!

Die Kirche vergleicht den Wal mit dem Grab Jesu. So zeigt die Geschichte von Jona beispielhaft, wie Gott handelt, damit das Leben siegt. Die Jona-Erzählung ist eine österliche Geschichte.

(red)