Wasserverband untersucht weiter: Warum sind 30 Keller in Kreuzau vollgelaufen?

Wasserverband untersucht weiter : Warum sind 30 Keller in Kreuzau vollgelaufen?

Der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) prüft weiterhin, wie es am regenreichen Sonntag vor zwei Wochen dazu kommen konnte, dass bis zu 30 Häuser im Kreuzauer Zentralort vollgelaufen sind.

Das teilte WVER-Sprecher Markus Seiler mit. In den betroffenen Bereichen verlaufen sowohl der Hauptsammler des WVER als auch kommunale Abwasserkanäle.„Nach unseren Erkenntnissen hat sich der Hauptsammler auch bei dem Regenereignis im Rahmen der erlaubten Möglichkeiten verhalten“, sagte Seiler. „Das heißt, dass ein Kanal bei bestimmten Regenereignissen durchaus in die Schächte hinein auch bis zur Straßenoberkante einstauen darf.“ Da die Straßen jedoch nicht überflutet worden waren, habe laut Seiler der „ Wasserabfluss im Hauptsammler durchaus funktioniert“. Winfried Heinen, dessen Keller vollgelaufen ist, wandte sich an die Redaktion. Als die Feuerwehr das Wasser abgepumpt habe, sei deutlich zu erkennen gewesen, dass Revisionsschacht und Industriesammler, an den Heinens Haus angeschlossen ist, „bis oben vollstanden“. Der Regenwasserkanal führte „dagegen nur normalen“ Wasserabfluss. „Wie kommt soviel Wasser in den Industriesammler?“, fragt er weiter.

Seiler erklärte: „Der Hinweis, dass es im Regenwasserkanal eine ,normale‘ Wasserführung gegeben habe, ist unabhängig vom Hauptsammler zu betrachten.“ Denn im oberhalb gelegenen Einzugsgebiet des Sammlers gebe es eine Mischkanalisation, die mit Regenwasser vermischtes Schmutzwasser in den Hauptsammler eintrage. Dort, wo ein reiner Regenwasserkanal und ein Schmutzwasserkanal liegen, gebe es ein Trennsystem: Das anfallende Regenwasser wird ohne eine Vermischung mit Schmutzwasser in das nächstgelegene Fließgewässer eingeleitet. Seiler: „Diese Systeme sind voneinander entkoppelt zu betrachten. Es kann also sein, dass der Regenwasserkanal keine hohe Wasserführung zeigt, der Hauptsammler aber durchaus eine verstärkte Wasserführung aufweist, weil es zum Beispiel eine Stunde vorher kanalaufwärts heftig geregnet hat und das Regenwasser als Mischwasser mitgeführt wird.“

(cro)