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Heimbach: Wanderausstellung über Fledermäuse

Heimbach : Wanderausstellung über Fledermäuse

Jeder hat sie schon mal gesehen, die nächtlichen Luftakrobaten, die in der Dämmerung in Gassen und Straßen ihre unglaublichen Flugkünste zeigen. In früheren Zeiten wurden ihnen magische Kräfte zugeschrieben, sie wurden wegen ihres Aussehens sogar zu den Verwandten des Teufels gezählt.

Diese Zeiten gehören der Vergangenheit an. Die Menschen wissen mittlerweile, dass Geschichten über Fledermäuse, die sich in Menschenhaaren verfangen haben, dem Reich der Märchen zuzuordnen sind, denn diese geheimnisvollen Flieger können dank eines Radarsystems jedem Hindernis ausweichen.

Arterhaltung

„Doch”, sagt die Fledermausexpertin Dr. Henrike Körber von der Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt NRW, „wir müssen für die Arterhaltung dieser nützlichen Mitbewohner etwas tun!” Denn allenthalben sind sie durch Baumaßnahmen gefährdet. Oft wollen sie ihr angestammtes Quartier wieder beziehen, doch der Eingang ist verputzt oder einer Dämmmaßnahme zum Opfer gefallen.

Dabei sind Fledermäuse ruhige und nützliche Mitbewohner. „Sie nagen sich nirgendwo durch, tragen keine Fremdkörper in ihr Nest und die winzigen Kotkrümel können problemlos weggekehrt werden”, konnte Körber die Gäste bei der Eröffnung der Wanderausstellung „Fledermäuse auf Burg Vogelsang” beruhigen. Körber bittet Häuslebauer, Architekten und Baufirmen, in die Häuser Fledermauskästen und Einbausteine einzubauen, um den insgesamt 18 Arten, die im Nationalpark Eifel beheimatet sind, Überlebenschancen zu sichern.

Im Wasser-Info-Zentrum Eifel in Heimbach können sich die Besucher anhand eindrucksvoller Schautafeln, zweier Kurzfilme und eines Aktionspultes über das Leben der Fledermäuse informieren. Die Bilder und Filme zeigen Fledermäusen an Gebäuden von Burg Vogelsang. Zusätzlich gibt es viele praktische Ratschläge, wie man den gefährdeten Tieren helfen kann.

Ziele der Ausstellung sind einmal die Sensibilisierung der Menschen für die Arterhaltung der „fliegenden Mäuse”, in einem zweiten Schritt sollen gerade Schülerinnen und Schüler vor Ort diese geheimnisvollen Tiere kennen lernen. Vorträge und Exkursionen sollen Kinder und Jugendliche dazu bringen, die Fledermäuse als nützliche Mitbewohner einer stark gefährdeten Umwelt zu tolerieren.

Stiftung Umwelt und Entwicklung

Gesponsert wird das Projekt von der „Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW”. Interessenten für Führungen, Vorträge und Informationen können sich melden bei Dr. Henrike Körber unter 02423/901346 oder per E-Mail unter henrike.koerber@LNU-burgvogelsang.de.

Die Ausstellung im Wasser-Info-Zentrum Eifel ist zu den normalen Öffnungszeiten bis zum 28. Juni zu sehen.