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Walter Schmühl hat in Düren journalistische Maßstäbe gesetzt

Ehemaliger DZ-Chef mit 72 Jahren gestorben : Walter Schmühl hat journalistische Maßstäbe gesetzt

Der langjährige Redaktionsleiter der Dürener Zeitung, Walter Schmühl, ist am Freitag im Alter von 72 Jahren nach langer und schwerer Krankheit gestorben. 25 Jahre lang zeichnete der Vollblutjournalist und Fotograf für die größte Lokalredaktion im Zeitungsverlag außerhalb von Aachen verantwortlich und setzte Maßstäbe.

Nach seiner Zeit als Polizeireporter und Redakteur in der damaligen Erftkreis-Redaktion des „Kölner Stadtanzeiger“ wechselte Walter Schmühl 1982 nach Düren und übernahm die Redaktionsleitung der DZ. Schon zwei Jahre später wurde eine Serie des gebürtigen Nideggeners, die er mit dem Co-Autor Dr. Daniel Salber in der Dürener Zeitung veröffentlicht hatte, mit dem renommierten Theodor-Wolff-Preis ausgezeichnet, der „herausragende Leistungen im Lokaljournalismus“ würdigt. Schmühl und Salber hatten die Rur von der Quelle bis zur Mündung verfolgt und bei ihrer „Tour de Rur“ in Wort und Bild die Menschen und Regionen gleichermaßen pointiert wie liebevoll porträtiert.

Walter Schmühl interessierte immer der Blick hinter die Fassaden, er liebte die Recherche bis in kleinste Details und Wortspiele. Er scheute keine Auseinandersetzung, wahrte Distanz, hatte Respekt, aber niemals Angst vor der Obrigkeit, stellte unbequeme Fragen und war schwer zu überzeugen.

Die Kontrollfunktion der Presse war für ihn ein immerwährender Auftrag. Mit geistreicher und bildhafter Sprache übersetzte er noch so komplizierte Zusammenhänge in seinen Berichten und Reportagen allgemein verständlich und sorgte in prägnanten Kommentaren für eine unmissverständliche Einordnung. Geprägt war Walter Schmühls Arbeit sicher von der Liebe zu den Menschen seiner Heimatregion, vor allem in der Rur­eifel um Nideggen, die den Naturfreund, Tourenradfahrer und passionierten Jäger beruflich wie privat faszinierte, der auch eine schnörkellose, aber hochwertige Küche zu schätzen wusste.

Nach gut 25 Jahren an der Spitze der Lokalredaktion ist Schmühl 2008 in den Ruhestand getreten. Vergangenen Freitag starb er viel zu früh mit 72 Jahren. Die Region um Düren hat einen ihrer besten Journalisten der letzten Jahrzehnte verloren.

Zwei Bücher veröffentlicht

In den letzten Monaten seines Lebens hat sich Walter Schmühl noch einen Wunsch erfüllt und zwei Bände veröffentlicht, die nach Angaben seiner Familie einen autobiographischen Charakter tragen: Im Mai erschien das Essay „Auf der Suche nach der verlorenen Heimat“ mit dem Untertitel „Unsere kleine Stadt“ (44 Seiten). Im Februar hat er den Band „Rebellenblut“ herausgebracht, der „Erzählungen vom jungen und wilden Leben der 50er und 60er Jahre in der Eifel versammelt“ (100 Seiten). Beide sind als „Books on Demand“ erschienen.

Die Dürener Redaktion trauert mit seiner Frau, seinen beiden Töchtern und der Familie von Walter Schmühl.

(vpu)