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Heimbach: „Wallfahrt ist ein Bild unserer Lebensreise”

Heimbach : „Wallfahrt ist ein Bild unserer Lebensreise”

Zum Höhepunkt des Jubiläums „200 Jahre Wallfahrt zum Gnadenbild der schmerzhaften Mutter” feierte der Aachener Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff ein Pontifikalamt im Wirtschaftshof des Trappisten-Klosters Mariawald.

Dort, wo im Jahre 1804 die Heimbach-Wallfahrt ihren Ausgangspunkt nahm, fand jetzt dieses Fest des Glaubens bei strahlendem Sonnenschein mit etwa 500 Gläubigen statt. In seiner Predigt bezeichnete der Aachener Oberhirte die Wallfahrt „als Bild unserer Lebensreise”.

Der Tag begann mit einer Statio (altkirchlicher Begriff für eine christliche Versammlung) in der Salvatorkirche in Heimbach. Anschließend zog die Gemeinde und ihre Pilger, unter ihnen der Bischof, in einer Prozession auf die Höhe nach Mariawald. Hier wurden die Pilger vom Geläut der Klosterkirche begrüßt.

In seiner sehr eindringlichen geistlichen Ansprache ging der Bischof zunächst auf die Geschichte der Wallfahrt ein: „Da geht ein Strohdachdecker aus Heimbach, Heinrich Fluiter, nach Köln und kauft mit neun geliehenen Talern eine hölzerne Marienfigur.” Er zog damit auf den Kermeter und blieb bei dem Gnadenbild als Einsiedler.

Bald schon gaben die Zisterzienser, später die Trappisten der Wallfahrt ihr geistliches Gepräge. Im Zuge der Säkularisation wurde das Kloster Mariawald 1804 aufgehoben. Der damalige Aachener Bischof, Marc Antoine Berdolet, verfügte, dass das Gnadenbild in die Pfarrkirche von Heimbach überführt wurde.

Der Mensch, so der Bischof weiter, sei ein „homo viator”, „unterwegs auf der Reise seines Lebens”. Wir würden zu Maria pilgern, der Mutter des Herrn. Die Mutter Jesu sei auch unsere Mutter. Auf ihre Fürbitte hin „bitten wir Gott um die Grundhaltung des Mitleidens, der Compassion und der Barmherzigkeit, der Güte und der Geduld. Bitten wir Maria, die Hilfe der Christen, auch in den Nöten unseres Lebens und unserer Zeit.”

Konzelebranten des Bischofs waren Abt Bruno Gooskens, der Heimbacher Pfarrer Dr. Johannes Bündgens und der Jubilarpriester Leon Wasilewski. Der „Musikverein Waldlust Glehn”, unter der Leitung von Dr. Ferdinand Mey, unterstützte den Gemeindegesang. An das Festhochamt schloss sich um die Mittagszeit eine Statio am Bildstock auf dem Kermeter an. Der Tag klang aus mit einer Vesper in der Klosterkirche, die Abt Bruno Gooskens feierte.

Aus Anlass des Jubiläums gab es am Samstag einen Festakt in der Heimbacher Salvatorkirche. Gleichzeitig wurden eine Festschrift vorgestellt und eine Jubiläumsausstellung eröffnet.