Wakeboarder messen sich auf dem Dürener Badesee

NRW-Meisterschaft : Wakeboarder messen sich auf dem Dürener Badesee

Können Sie sich unter „Ollies“, „Bunny Hop“, „Raleys“ oder „Scarecrow“ etwas vorstellen? Nein? Kein Problem, dann gehören Sie vermutlich (noch) nicht zur Gruppe jener tollkühnen Menschen, die sich im Sommer ein Wakeboard anschnallen und damit die Welle reiten.

Als wäre das Balancehalten nicht schon schwer genug, stehen noch Sprünge sowie Drehungen mit fantasievollen Namen und die möglichst kunstfertige Überwindung künstlicher Hindernisse auf dem Programm. Gezogen werden die Sportler dabei von einer Seilbahn, die die Wakeboarder locker auf Tempo 30 beschleunigt. Wie dieser Sport formvollendet ausgeübt wird, ließ sich Samstag bei den Wakeboard-NRW-Meisterschaften am Dürener Badesee beobachten.

Für den Dürener Verein „Heimathafen Badesee“ war die Ausrichtung des Turniers, bei dem wichtige Punkte für die Deutsche Meisterschaft in Wachtendonk vom 9. bis 11. August gesammelt werden konnten, eine Premiere. Zahlreiche ehrenamtliche Helfer unterstützten die Crew der Dock 5 getauften Wasserski- und Wakeboardanlage am Badesee und kümmerten sich um die mehr als 500 Gäste, die das Event vom ersten Trainingslauf um 7 Uhr bis zur Siegerehrung am Abend (Infokasten) verfolgten. Das eher feucht-kalte Wetter machte den Wassersport-Fans keine Angst, die Organisatoren hätten sich jedoch mehr Besucher aus den Reihen der Badeseegäste gewünscht. Während sich die Wakeboarder auf der Anlage warmfuhren, musste an Dürens Adria keine Liege mit Handtüchern reserviert werden.

Die 60 gemeldeten Teilnehmer sind aus ganz NRW angereist, um ihr Können unter Beweis zu stellen. Der älteste Wakeboarder war Jahrgang 1967, Philine Dridger aus Paderborn hatte vor Kurzem erst ihren sechsten Geburtstag gefeiert und war die jüngste Starterin. Während ihre Mutter Ksenija eher einen Bogen ums Wasser macht, stehen auch Philines Bruder und Papa im Sommer fast jedes Wochenende auf dem Wakeboard. Im Winter dann geht die ganze Familie gerne Snowboardfahren.

„Der Trick ist es, nicht umzufallen“, erklärte Philine augenzwinkernd. Das sei ihr anfangs ganz oft passiert, aber wie immer im Leben macht auch bei dieser Sportart Übung den Meister. „Das erste Mal bin ich mit vier Jahren gefahren“, sagte sie. Philine als eine Wassernixe zu bezeichnen wäre eine Untertreibung, schließlich konnte sie im Alter von zwei Jahren schon schwimmen und hat das Seepferdchen erworben.

Die Teilnehmer zeigten vor 500 Zuschauern viele Sprünge und Drehungen. Foto: Stephan Johnen

Die Meisterschaft am Dürener Badesee war für die junge Sportlerin aus Paderborn die erste Teilnahme an einem Turnier. Auch wenn es mit einem Platz auf dem Treppchen nicht geklappt hat, war das Wochenende in Düren für sie ein großer Spaß. Die ganze Familie hat nämlich das Angebot genutzt, direkt am Badesee zu campen. Nach der Premiere an Dürens Adria wird dieses Reiseziel sicher im Navigationsgerät gespeichert.