Kreis Düren: Wahlwerbung: Von Haus zu Haus und auf der Homepage

Kreis Düren: Wahlwerbung: Von Haus zu Haus und auf der Homepage

Über Sinn und Wirkung von Wahlplakaten lässt sich trefflich diskutieren. Aber längst buhlen die Parteien nicht mehr nur an Straßenlaternen, mit Hauswurfsendungen und kleinen Geschenken in der Fußgängerzone um die Gunst der Wähler. Wahlkampf findet auch online statt. Die DZ hat sich ein wenig durchs Internet geklickt.

Die Bürgermeisterkandidaten der Gemeinde Kreuzau gehen dort unterschiedliche Wege. Der parteilose Bernd Becker stellt sich auf www.parteilos-für-kreuzau.de vor und legt kurz und knapp seine Ziele für die Gemeinde dar. Ingo Eßer (CDU) und Karl-Georg Steffens (SPD) setzen auch auf das soziale Netzwerk Facebook. Was auf den ersten Blick auffällt: Um kommunalpolitische Inhalte und die Ziele und Vorstellungen der Kandidaten geht es bei Facebook weniger. Unter anderem werden Bild von Wahlkampfaktionen und Zeitungsartikel gepostet.

Wer sich weniger für Postings von Wahlkampfveranstaltungen interessiert, kann sich auf den Internetseiten der Parteien auf die Suche nach Informationen machen. Dort gibt es Infos zu den Kandidaten, bei der CDU stehen auch Wahlbroschüren und Flyer zum Herunterladen bereit. Bei der SPD ist das Angebot überschaubar.

Parteivorsitzender Rolf Heidbüchel weiß, dass die Seite informativer sein könnte. Er glaubt aber auch, dass das Internet im Wahlkampf keine „allzugroße Rolle“ spielt. „Von Tür zu Tür gehen und das Gespräch mit den Menschen suchen, ist meiner Meinung nach immer noch der beste Weg.“ Sehr dünn ist das Informationsangebot der Grünen, während die FDP zum Beispiel in einem sehr umfangreichen Wahlaufruf ihre Positionen darlegt.

Die beiden Heimbacher Bürgermeisterkandidaten haben eigene Internetseiten ins Leben gerufen. Peter Cremer legt ausführlich und übersichtlich seine Ideen zu verschiedenen Themenfeldern dar. Theo Hüffel hat dort seine Nominierungsrede, einen relativ langen Text, veröffentlicht.

In den ausgewählten Bildmotiven zeigen beide auch die Schönheit der Eifel. „Das Internet ist ein wichtiger Weg, um Menschen zu erreichen“, sagt Peter Cremer. Facebook sei aber nicht sein Fall. Auf dieses Pferd setzt aber sein Konkurrent Theo Hüffel. „Die Kommunikation über Facebook gehört für mich nicht nur zum Wahlkampf, sondern ist eine Form, die in unserer heutigen Zeit nicht vernachlässigt werden darf“, sagt Hüffel, der seine Seite seit mehr als einem Jahr regelmäßig pflegt.

Auch die Dürener Parteien sind online aktiv, verzichten aber ebenfalls nicht auf den klassischen Wahlkampf. „Mit unserem Facebook-Profil wollen wir auch jungen Menschen die Möglichkeit bieten, mit uns in Kontakt zu treten“, nennen Thomas Floßdorf (CDU) und Alexander Willkomm (FDP) einen Grund. Allerdings scheint das Interesse begrenzt. Das FDP-Profil hat 21 „Gefällt mir“-Angaben, die CDU 216. Der SPD-Stadtverband hat 1122 „Likes“ erarbeitet.

Die Genossen setzen in ihrem Facebook-Auftritt auch auf kurze Video-Botschaften zu bestimmten Themen. In der jüngsten Zeit hat die CDU — wie auch in Kreuzau — vor allem ihre Kandidaten vorgestellt, während man auf der Suche nach Inhalten schon weiter nach unten scrollen muss, dort aber reichlich Einträge findet. Die FDP postet vorrangig Termine und nach einem kurzen inhaltlichen Anreißer Links auf die Homepage. Auch die Stadt-Grünen sind bei Facebook vertreten.

Dafür hat deren „Grüne Jugend“ fast 1000 „Gefällt mir“-Angaben, setzt online aber überwiegend auf überregionale Themen. Die Dürener Jusos liegen deutlich darüber. Sie sind bei Facebook besonders aktiv und haben sich dort auch den Europa-Wahlkampf auf die Fahne geschrieben. Bei CDU, SPD, FDP, Grünen und der Alternative für Deutschland findet, wer sucht, auf den Internetseiten einige bis viele Informationen zu den Wahlprogrammen auf den entsprechenden Internetseiten.

Auch die Bürger der Gemeinde Merzenich werden im Internet fündig. Mit Ausnahme der erst kürzlich gegründeten Grünen haben alle Parteien und Wählervereinigungen im Internet ein umfassendes Informationsangebot zu Personen und politischen Zielen veröffentlicht.

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