Kreis Düren: Vossenacks Freibad: Erst richtig saniert, jetzt auf Rekordjagd

Kreis Düren : Vossenacks Freibad: Erst richtig saniert, jetzt auf Rekordjagd

Das Freibad in Vossenack scheint auf dem Weg zu Rekordzahlen zu sein. Bis Sonntag waren 8525 Schwimmer zu Gast, bleiben Wetter und Trend im Einklang, könnte die Bestmarke von 14.000 Gesamtbesuchern aus dem Jahr 2015 geknackt werden. Denn zum damals gleichen Stichtag zählten die Betreiber 8500 Besucher. Die Saison geht bis Mitte September.

Der Betreiber ist ein Förderverein mit rund 140 Mitgliedern, der das Freibad seit 2015 zu 80 Prozent finanziert. Die übrigen 20 Prozent steuert die Gemeinde über ihre Gemeindeentwicklungsgesellschaft zu. „Wir sind mit der Entwicklung sehr zufrieden“, sagen Wolfgang Menningen, 70, und Wolfgang Becker, 68. Beide gehören zum Förderverein, Menningen ist der Vorsitzende.

„Soll Familienbad bleiben“

Die angesprochene Entwicklung bezieht sich auf zwei Dinge: einmal die hohe Anzahl von Kindern. An manchen Tagen würden Kinder unter sechs Jahren ein Sechstel der Besucher ausmachen. „Das wollen wir fördern, das Bad soll ein Familienbad bleiben“, betont Menningen. Schwimmkurse für Kinder stehen auch auf dem Programm, nachdem das Lehrbecken der Grundschule aus Kostengründen geschlossen worden ist.

Der zweite Aspekt der positiven Entwicklung sind die Einsparungen nach der umfangreichen Sanierung vor dem Betriebsstart 2015. Die Gemeinde Hürtgenwald hatte das Bad ebenfalls aus finanziellen Gründen abgegeben. Rund 130.000 Euro hatte die Sanierung gekostet, dank der neuen Technik liegen die jährlichen Einsparungen (Strom, Gas, Wasser, etc.) bei rund 50.000 Euro — schon vor dieser Freibadsaison amortisierte sich die Investition also. Weitere 50.000 Euro konnten jährlich beim Personal gespart werden, weil die Mitarbeiter ehrenamtlich oder für „kleines Geld“ arbeiten.

„Insgesamt haben wir die Kosten um zwei Drittel senken können, seit wir das Bad führen“, erklärt Wolfgang Menningen. „Wir führen es in unserem abgesteckten Rahmen wirtschaftlich. Ohne die Sanierung hätte das nicht funktioniert“, ergänzt Becker. Solange der Zuschuss der Gemeinde von 50.000 Euro jährlich weiter fließe, sehen sich die Betreiber für die Zukunft gewappnet, zumal auch jüngere Mitglieder für die Vereinsarbeit gefunden wurden.

Auch die ehrenamtlichen Freibadbetreiber in Abenden sind mit der Saison sehr zufrieden. Und sie lässt die Abendener auch optimistisch in die Zukunft des Freibades blicken — das im vergangenen Jahrzehnt mehrmals auf der Kippe stand. Seit drei Jahren betreibt die Dorfgemeinschaft das Freibad, das in den 70ern gebaut wurde. Etwa 30 Personen sind als Badeaufsicht, beim Putzen der Toi-letten, der Grünpflege, dem Kiosk und bei den administrativen und technischen Aufgaben im Einsatz.

Unterstützung von der Stadt Nideggen gibt es nicht, Geld bekommt im Team niemand. „Jeder engagiert sich so, wie er kann“, schildert Ralf Heidbüchel, einer der Koordinatoren. Einige Helfer kämen fast jeden Tag, andere in ihrem Urlaub oder an den Wochenenden. Genaue Besucherzahlen können die Abendener nicht nennen, aber es würden immer mehr. „An den Wochenenden erinnern mich die Besucherzahlen an die Wochenenden in meiner Jugend“, sagt Heidbüchel. Und in diesen Erinnerungen liegt wohl auch ein Antrieb für das ehrenamtliche Team.

Ralf Heibüchel zum Beispiel erinnert sich noch daran, wie das Freibad von den Abendener aufgebaut wurde: „Das Freibad im Sommer als Ruine hier brachliegen zu sehen, würde mir wehtun. Die Generation vor uns hat es aufgebaut, da fühle ich mich und andere auch verpflichtet.“ Die Dorfgemeinschaft und der Förderverein sind froh, dass sich die Investitionen in den Kiosk, die Umkleiden und die Grünflächen lohnen. Sie freuen sich über die vielen Familien, die gerade in diesem sonnigen Sommer ins Freibad kommen.

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