Ampel fordert Gesamtkonzept: Vorfahrt für Radverkehr in Düren

Ampel fordert Gesamtkonzept : Vorfahrt für Radverkehr in Düren

Die Radschutzstreifen entlang vieler Dürener Straßen haben Diskussionsstoff genug geliefert, aber eines auch bewiesen: Die Bedeutung der Zweiräder im innerstädtischen Verkehr nimmt unzweifelhaft zu.

Die Ampel-Mehrheit aus SPD, Grünen, Linken und FDP im Stadtrat will diesen Prozess forcieren und ein Ziel erreichen, das SPD-Fraktionschefin Dagmar Nietan so formuliert: „Wie kriegen wir es hin, dass wir dem Fahrrad eindeutig den Vorzug geben? Wir müssen jetzt die ersten Schritte gehen.“

Gleich drei Anträge der Koalition an den Stadtrat, der am kommenden Mittwoch (18 Uhr) zusammentritt, zielen auf einen Paradigmenwechsel. Ein Fachbüro soll ein „Infrastrukturnetz für den Radverkehr“ erstellen, das sowohl die zahlreichen Dürener Stadtteile untereinander als auch mit der Innenstadt verbindet. Das ist die übergreifende Initiative der vier Parteien, die von den Grünen natürlich auch vor dem Hintergrund der Schadstoffdebatte um die Stickoxidbelastung und den Erfordernissen des Klimawandels betrachtet wird.

Verena Schloemer sieht aber auch einen ganz praktischen Ansatz: „Wir brauchen mehr Platz fürs Rad, das sagt auch der Allgemeinde Deutsche Fahrradclub. Und wir brauchen auch für ältere Radler sicherere Fahrradwege, das bedeutet, sie müssen breiter sein.“ Nun setzt aber die Bebauung vor allem in der Innenstadt Grenzen, die zum Beispiel an manchen Stellen nur Schutzstreifen möglich macht. Es geht aber schon etwas.

Die Veldener Straße von Düren in Richtung Birkesdorf ist nach Ansicht der Ampel breit genug, um baulich abgetrennte Radwege einzurichten. Das ist Inhalt des zweiten Antrags, der im Stadtrat behandelt wird. Die Radspur soll 2,50 Meter breit und von der Autospur baulich abgetrennt werden, um größtmögliche Sicherheit zu erzielen. Diese Abschottung lässt sich auf verschiedene Weisen realisieren, die allesamt auf der Veldener Straße „modellhaft“ getestet werden.

Dieser Vorstoß passt auch zum Stadtteilentwicklungskonzept für Birkesdorf, sagt Peter Koschorreck (SPD). Der Verkehrsausschussvorsitzende verweist auf das Ziel, den großen Stadtteil verkehrlich zu entlasten. „Jetzt sind es 16.000 Fahrzeuge, das Ziel sind weniger als 10.000.“ Eine bessere Radanbindung sei da ein hilfreicher Ansatz.

Die Verbreiterung von Radwegen ist kurzfristig auch auf der Schoeller- und Euskirchener Straße ein Mittel der Wahl, wenn die Ostumgehung, die von der B56 abgeht, für Entlastung gesorgt hat. „Dann ist eine vierspurige Straße da nicht mehr notwendig“, sagt Verena Schloemer.

Dritter Antrag der Regierungsmehrheit ist die Einrichtung von Fahrradstraßen. Auf denen herrscht Tempo 30, hier haben Radler Vorrang und dürfen auch nebeneinander fahren. Autos dürfen sie auch befahren, müssen aber auf Zweiräder zwingend Rücksicht nehmen. Eine Modellstrecke sieht die Ampel auf der Route Violengasse, Franziskanerstraße, Hoeschplatz, Goethestraße, Am Stadtpark zum Rur-Ufer-Radweg mit Über- oder Unterquerung von Bahngleisen und Rur.

(-vpu-)
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