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Düren: Von Traummännern und Alptraum

Düren : Von Traummännern und Alptraum

Licht in die Düsternis wollte sie bringen. Und die verweiblichten Männer mal so richtig „aufpeitschen, bevor sie noch ganz zu Hammeln, kastrierten Schafsböcken verkommen.”

Mit kräftiger Stimme, schnellem Witz und mimischem Talent nahm Lioba Albus das Publikum mit in die Welt der Mia Mittelkötter, einer frustrierten, aber dennoch äußerst lebensfrohen und gewitzten sauerländischen Hausfrau.

Im ausverkauften Komm-Zentrum spielte die Dortmunder Kabarettistin ihr Programm „Hammelsprung” nun schon zum zweiten Mal vor begeistertem Publikum.

Mia Mittelkötter flüchtet aus der Tristesse des ehelichen Alltags, durchlebt beim Lesen Liebesromane und verzehrt sich nach dem „eleganten, sauberen Zigeuner” aus dem Liebesfilm. Von Hormonschüben beflügelt, schwärmt sie vom „Latin Lover” und entdeckt im Publikum, im Zuschauer namens Paul den „feurigen Spanier”.

Klischees reizt sie aus und überzeichnet genussvoll. Im krassen Gegensatz zur Wirklichkeit liegt der Witz, denn zu Hause auf dem Sofa erwartet sie ihr Angetrauter in Rippstrick-Unterhemd, Jogginghose, mit Glatze und „pult sich die Fusseln aus dem Bauchnabel”.

Ihre Professionalität zeigt sich in der Wandlungsfähigkeit: Der „Wortvulkan” wechselt auf der Bühne die praktische Zweitfrisur, rafft das rote Kleid und schon schlüpft sie aus der Rolle der mittelalten Mia Mittelkötter in die der jungen Frau und Expertin in Sachen Mutterschaft, in die von Carolla, der Inhaberin des Grillstudios, und in die eines Opfers medizinischer Kunst.

Jede Menge Licht hat Lioba Albus sicherlich gebracht. Den Nerv des überwiegend weiblichen Publikums sicher treffend, erntete sie mit ihrer Performance schallende Lachsalven und tosenden Beifall.

Zwei Zugaben musste Lioba Albus dem begeisterten Publikum geben - und das Versprechen: „Ich komm´ auf jeden Fall hier bei Düren zurück.”