Düren: Volleyball-Bundesliga: Hürde ist für Düren noch höher geworden

Düren: Volleyball-Bundesliga: Hürde ist für Düren noch höher geworden

Am Samstag um 20 Uhr startet der Volleyball-Bundesligist Powervolleys Düren in das Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft. Die Hürde ist hoch, denn Düren muss gegen die heimstarke SVG Lüneburg ran, die als Viertplatzierter in einem möglichen dritten Spiel Heimrecht hätte, wenn nach Hin- und Rückspiel kein Sieger feststeht.

Die Hürde ist noch höher geworden, weil die Powervolleys sich kurz vor dem Viertelfinale von zwei Spielern getrennt haben. Die Angreifer Jan-Philipp Marks und Brook Sedore gehören dem Team ab sofort nicht mehr an. Verein und Spieler haben die Verträge aufgelöst.

Als Grund nannte der sportliche Leiter Goswin Caro einen Konflikt zwischen den Spielern auf der einen und dem Trainer und den Verantwortlichen auf der anderen Seite, „der eine professionelle Zusammenarbeit derzeit nicht möglich macht“. Weiter heißt es, dass die Mannschaft geschlossen hinter der Entscheidung stehe. „Der Zeitpunkt ist sicher schwierig“, spielte Caro darauf an, dass jetzt die entscheidenden Spiele der Saison anstehen. Vor allem Marks Fähigkeiten im Angriff dürften der Mannschaft im schweren Duell mit Lüneburg fehlen.

„Aber wir haben den Anspruch, ein professionell arbeitendes Team zu sein. Das fordern wir ein und das Durchsetzen dieser Haltung sind wir auch der Mannschaft gegenüber schuldig“, sagte Caro weiter. Worin der Konflikt bestanden hat, dazu gab es seitens der Verantwortlichen keine Auskunft.

Düren bleiben damit für den Rest der Saison noch zwei Spieler für die wichtige Position Annahme und Außenangriff übrig: Routinier Matthias Pompe und der Jüngste im Team, Dennis Barthel. Wechselmöglichkeiten gibt es keine mehr. Das kann vor allem dann ein Nachteil sein, wenn entweder Pompe oder Barthel einen gebrauchten Tag erwischen oder es den vor allem im Aufschlag starken Lüneburgern gelingt, einen der beiden zu Fehlern zu zwingen.

Genau das wird das vom ehemaligen Dürener Spieler Stefan Hübner trainierte Lüneburger Team am Samstag versuchen. Die SVG spielt in der kleinsten Halle der Liga, die den Anforderungen nicht genügt und in der nur mit Sondergenehmigung gespielt werden darf. Die Lüneburger sind die zu niedrige Deckenhöhe aus der täglichen Trainingsarbeit gewohnt, für jeden Gegner bedeutet sie eine große Umstellung. Um die Powervolleys darauf vorzubereiten, hat Brams das Training in dieser Woche zweimal in die Halle des Burgau-Gymnasiums verlegt. Sie ist ähnlich klein wie die Lüneburger Halle.

Trotzdem sprechen die Vorzeichen für den Gegner. Denn die kleine Halle verstärkt die Spielanlage der SVG noch, die für ihr starkes Aufschlagspiel bekannt ist. Die Folge: Ein hohes Abwehren der Lüneburger Aufschläge ist kaum möglich, da sonst die Gefahr besteht, dass der Ball die Hallendecke berührt. Die Halle macht die Lüneburger Heimspielstärke aber nicht alleine aus. „Sie haben Friedrichshafen und Berlin dort geschlagen. Deswegen stehen sie auch zurecht auf Platz vier“, sagte Brams. Lüneburg spielt enorm stark in der Abwehr. Wenn das funktioniert, dann steigt der Mut im Angriff. Düren hat das in dieser Saison zweimal zu spüren bekommen.

Auf der anderen Seite steht das jüngste Duell beider Mannschaften in der Rückrunde in Düren, das mit 3:1 an die Powervolleys ging. Überhaupt hat Lüneburg noch nie in Düren gewonnen, insgesamt steht es 3:3 zwischen beiden Teams. Brams kündigte an, dass seine Mannschaft, die als Fünfter der Normalrunde in das Duell mit dem Vierten geht, den Spieß umdrehen will. „Wenn es uns gelingt, in Lüneburg zu gewinnen, dann steht unser Gegner im Rückspiel in Düren unter großem Druck.“

Um in Lüneburg gewinnen zu können, muss im Spiel der Powervolleys viel funktionieren. Die Lüneburger Aufschläge müssen entschärft werden, gleichzeitig muss das Dürener Aufschlagspiel den Spielaufbau des Gegners lähmen. Dann nämlich können die Powervolleys ihre Stärken ausspielen, beispielsweise im Block.

Außerdem muss die „Jetzt-erst-recht“-Einstellung der Mannschaft zusätzlichen Antrieb verleihen, um dem mental starken und derzeit auf einer Erfolgswelle reitenden Gegner Paroli bieten zu können. Eine solche Stimmung will der Trainer beobachtet haben. Überhaupt sei das Niveau in den Übungseinheiten zuletzt immer besser geworden. Trotz der schwierigen Umstände derzeit gibt es bei den Powervolleys ein klares Ziel. Es heißt Halbfinale.

Das Rückspiel in Düren wird am Mittwoch um 19.30 Uhr angepfiffen.

Mehr von Aachener Zeitung