Düren: Vier junge Bands zeigen, was sie können

Düren: Vier junge Bands zeigen, was sie können

Ein dumpfer Ton geht durch den Raum. Schlagzeuger Dennis spielt schnelle Viertelnoten auf der großen Trommel - er gibt den Beat an. Janosch am Bass stimmt mit ein. Es bildet sich eine Melodie aus, die nur noch auf den letzten fehlenden Part wartet.

Als Sänger Maurice zum Mikrofon greift, um die ersten Verse zu singen, ist das Trio komplett. Zusammen sind sie „Spiegelblick” - und nur eine der vier Bands, die im Multikulti beim Rockkonzert unter dem Motto „Bandbreite - made in Düren” ihr musikalisches Können bewiesen. „The Tideline”, „No Fear the Enemy” sowie „Down in December” waren auch mit von der Partie und konnten ihr Publikum genauso begeistern.

„Es passiert einfach zu wenig”

Organisiert wurde die Veranstaltung von der Rur-Musik-Perspektive Düren, einem gemeinnützigem Verein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Musik in Stadt und Kreis zu fördern und zu unterstützen. „In Düren passiert einfach zu wenig”, erklärte Harry Keymer, der Vorsitzende. „Deshalb wollen wir vor allem jungen und noch unbekannten Bands aus Düren eine Chance für einen Auftritt geben.”

Junge Bands locken junges Publikum, das gleich in Scharen anreiste: Trubel und Durcheinander herrschten vor der Bühne, als die Bands ihren Fans einheizten. Zuvor waren über 20 Bewerbungen bei den Organisatoren für das Konzert eingegangen. Genau aus dieser Bandbreite an Bewerbungen, Musikgruppen aller Art, Pop oder Rock, entstand dann das Programm für die Veranstaltung. Und ganz nebenbei auch noch der passende Name: „Bandbreite”. Denn auch wenn der Schwerpunkt auf der Rockmusik lag, so gab es doch immer noch außergewöhnliche Variationen und Kombinationen. Besonders auffällig war dabei die Band „The Tideline”, die sich durch ihren „Oceanic Rock” hervorhebt. Wild und sanft zugleich, was vor allem durch das Zusammenspiel von Gitarre und Schlagzeug mit Geigen bewirkt wird. Genauso wie „Down in December” konnte auch die junge Band „No Fear the Enemy” rund um Nico Brüggen ihren eigenen Stil vor Publikum präsentieren: Mit einer Mischung aus Punk und Alternative-Rock brachten die jungen Musiker den Saal zum Kochen. Harry Keymer war zufrieden mit dem Verlauf des Abends. „Es ist toll, dass schon die erste Band so große Resonanz bekam”, freute er sich.

„Spiegelblick”, die es seit 2009 gibt, schaffte es mit Bravour, das Publikum zu mobilisieren. Das Trio mit Maurice Ripp (Gesang und Gitarre), Janosch Müller (Bass) und Dennis Winzen (Schlagzeug) zeichnet sich durch eingängige Melodien, einer Mischung aus Rock, Pop und Alternative sowie passenden deutschen Texten aus. Die Songs, die von Sänger Maurice selber geschrieben werden, sind an Themen aus dem Leben angelehnt, beinhalten aber auch sozialkritische Gedanken. „Man verarbeitet so viel in den Texten”, erklärte er. „In unseren Songs spiegeln sich Emotionen.” Die Band, die derzeit an ihrer ersten Platte arbeitet, will keinen Pop für die breite Masse machen. Unter den Mitgliedern des Trios herrschen Einigkeit und Zusammenhalt - was wohl am Leitspruch liegen mag: „Wir machen einfach - aber wir wissen, dass wir Musik machen wollen.” Ein Motto, das sie sicherlich mit den anderen Bands teilten. Denn alle boten ihrem Publikum im Multikulti ein Rockkonzert der Extraklasse.