Düren: Viel Andrang bei der Eröffnung des neuen Papiermuseums in Düren

Düren: Viel Andrang bei der Eröffnung des neuen Papiermuseums in Düren

Es ist unglaublich hell, sehr modern, informativ — und vor allen Dingen ist alles rechtzeitig fertig geworden: Nach rund drei Jahren Bauzeit und einer Investition von rund vier Millionen Euro öffnete am Sonntag das neue Dürener Papiermuseum in völlig neuem Gewand seine Türen. Und die zahlreichen Besucher waren begeistert.

Der Kölner Architekt Klaus Hollenbeck, Kuratorin Caroline Kaiser und ihre Kollegen der Kulturagentur expo2508 haben ein völlig neues Museum geschaffen, und zwar eins, das zum Nachdenken und Mitmachen anregt, eines, das das Medium Papier aus ganz unterschiedlichen Facetten beleuchtet.

„Mit diesem neuen Museum“, sagte Bürgermeister Paul Larue (CDU), „spüren wir dem Dürener Markenkern nach. Papier gehört zur Erbsubstanz unserer Stadt, spätestens seit der Unternehmer Rütger von Scheven im Jahr 1710 das Recht erworben hat, in Düren Papier zu erzeugen. Wir freuen uns, dass die Dürener dieses Museum jetzt erobern können.“ Und genau das taten viele. Schon lange vor der offiziellen Eröffnung um 12 Uhr gab es vor dem neuen Museum eine riesige Schlange.

„Ich finde es toll, dass man Sachen anfassen darf“, sagte die achtjährige Chiara Wollseifen, die mit ihren Großeltern gekommen war. „Das ist viel besser, als in anderen Museen, wo man immer so vorsichtig sein muss.“

Von der Papiergeschichte bis zu seiner Herstellung, von der Dürener Papierindustrie bis zur „Weißen Haut“ aus Altpapier und Naturgips im großen Konzertsaal der Elbphilharmonie in Hamburg, von Wasserzeichen bis zu liebevoll gestalteten Guck-Kästen, von Basis-Ressourcen bis zu Recycling, von historischen Büchern bis zu modernen Papierkunstwerken — das Museum bietet einen umfassenden Überblick über den Werkstoff, dem die Stadt Düren so viel zu verdanken hat.

An einer Wand finden sich Tafeln mit einzelnen Begriffen. „Wasserzeichen“, „Konstruktionen“, „Kommunikationen“, „Musterhaft“ und „Glaubenssache“ regen an, über die Bedeutung von Papier für einen selbst nachzudenken.

„Als wir das rote Band durchgeschnitten haben“, sagte Anja Dorn, seit wenigen Wochen neue Leiterin der beiden Dürener Museen, „hatte ich das Gefühl, dass jetzt etwas, das seit sehr langer Zeit vorbereitet wurde, in Fluss geraten ist.“ Sie sei sehr gespannt, wie die Menschen das neue Papiermuseum annehmen würden, und freue sich zudem auf die inhaltliche Arbeit. „Das Museum bietet viele Möglichkeiten, es ist gleichsam technisch und künstlerisch. Ich bin gespannt.“

Das Dürener Papiermuseum ist eins von drei Papiermuseen in ganz Deutschland. Realisierbar war es nur dank der Unterstützung verschiedener Stiftungen und der Dürener Papierindustrie. Matthias Simon, Geschäftsführer von Kanzan Spezialpapiere GmbH: „Es gibt in ganz Deutschland kaum eine andere Region, in der die Papierindustrie so eine große Rolle spielt wie in Düren.“

Bereitschaft der Industrie

Simon sprach von rund 10 000 Menschen, deren Arbeitsplätze direkt oder indirekt verbunden sind. „Ich kenne nur ganz wenig Dürener, die nicht irgendwie mit Papier zu tun haben. Deswegen ist es so wichtig, dass es das neue Museum gibt.“ Die Bereitschaft der Industrie, rund eine Million Euro für das neue Papiermuseum zur Verfügung zu stellen, sei sehr hoch gewesen. „Ich war viel mit dem Hut unterwegs und habe auch viele Gespräche geführt“, sagte Simon. „Am Ende kann ich sagen, dass die Spendenbereitschaft sehr ausgeprägt gewesen ist.“

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