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Nach Unfall mit Traktor: Strom im Südosten des Kreises Düren fließt wieder

Nach Unfall mit Traktor : Strom im Südosten des Kreises Düren fließt wieder

Nach einem Traktorunfall in Weilerswist wurde am Donnerstagvormittag eine 110.000-Volt-Hochspannungsleitung gekappt. 20.000 Menschen, unter anderem in Vettweiß und Nideggen, waren ohne Strom. Seit etwa 16 Uhr fließt er wieder.

„Das ging dann doch schneller als gedacht“, kommentierte der Vettweißer Bürgermeister Joachim Kunth (CDU) am späten Nachmittag, denn ursprünglich hatte man sich darauf eingestellt, dass der Ausfall bis mindestens 18 Uhr dauern würde.

Zur Ursache: „Zwischen Kierdorf und Euskirchen ist ein Traktor gegen den Mast einer 110.000-Volt-Leitung gefahren, der darauf hin umgekippt ist. Das war das Ursprungsereignis“, schilderte eine Sprecherin von Westnetz auf Anfrage unserer Redaktion den Grund für einen weitflächigen Stromausfall auch im Südosten des Kreises Düren, nämlich in weiten Teilen der Gemeinde Vettweiß und zwei Bereichen der Stadt Nideggen.

Der Traktorunfall in Weilerswist (Kreis Euskirchen) ereignete sich um 11.25 Uhr. Betroffen vom Stromausfall waren nach Angaben der Westnetz GmbH vom Nachmittag Teile der Landkreise Düren, Euskirchen, Rhein-Erft und Rhein-Sieg. Zahlreiche Mitarbeiter des Verteilnetzbetreibers Westnetz waren im Einsatz, um die Stromversorgung wiederherzustellen.

Der Traktor war aus zurzeit noch ungeklärter Ursache gegen den 110.000-Volt-Freileitungsmast in Höhe der Horchheimer Straße in Weilerswist gefahren und hatte diesen zu Fall gebracht. Am Steuer saß nach Informationen unserer Zeitung ein 16-Jähriger.
Die 110.000-Volt-Stromleitung wurde dabei beschädigt. Auf Anweisung der Polizei und Feuerwehr hatte Westnetz auch die zweite 110.000-Volt-Leitung aus Sicherheitsgründen außer Betrieb genommen. Über Umschaltungen konnte Westnetz nach eigenen Angaben einen Großteil der ursprünglich betroffenen 65.000 Einwohnerinnen und Einwohner relativ schnell wieder versorgen. Westnetz arbeitete „mit Hochdruck daran, die Stromversorgung wieder aufzubauen. Alle verfügbaren Kräfte aus der Region sind im Einsatz“, sagte Patrick Wittenberg, Geschäftsführer der Westnetz GmbH.

Im Kreis Düren waren bis gegen 16 Uhr und damit gut viereinhalb Stunden alle Orte der Gemeinde Vettweiß betroffen, abgesehen von einzelnen Straßenzügen, und mit Embken und Muldenau auch Bereiche des Nideggener Stadtgebietes. In Vettweiß wurde ein Notfallplan in Gang gesetzt. Bürgermeister Kunth berief den Krisenstab ein, wie er auf Anfrage berichtete. Es war ein Feuerwehreinsatz notwendig, weil in Folge des Stromausfalls eine Person in einem Aufzug stecken geblieben war.

Die Gemeinde hatte in allen Ortsteilen Feuerwehrfahrzeuge positioniert, die meisten an den Feuerwehrgerätehäusern. Es waren Notfall-Anlaufpunkte, weil auch Telefonanlagen ausgefallen sind. Im Zentralort Vettweiß waren parallel drei Feuerwehrfahrzeuge stationiert und besetzt, um im Brand- oder Notfall ausrücken zu können. Darüber informierte Joachim Kunth am frühen Nachmittag. Die Stadt Nideggen hatte nach Angaben von Bürgermeister Marco Schmunkamp (parteilos) eine Anlaufstelle am Feuerwehrgerätehaus Embken eingerichtet.