Lesereise zu den Weltreligionen mit Friedrich Ostenrath

Benefizveranstaltungen : Start der etwas anderen Weltreise

Friedrich Ostenrath, Gründungs- und Vorstandsmitglied des Vereins hortus dialogus, begibt sich mit Interessierten auf acht Stationen einer Lesereise zu den großen Weltreligionen.

Musikalisch begleitet wird er von der Musikschule Kreuzau. Diese Benefizveranstaltungen für den Ambulanten Hospizdienst hortus dialogus bieten Lesungen „über Gott und die Welt“. Die Reise startete am Mittwoch in der Kirche St. Michael in Kelz.

Friedrich Ostenrath thematisierte Religion als konstitutives Merkmal des Menschen. Er beschäftigte sich mit der grundsätzlichen Frage nach Religion und ging dabei auf Mentalisierung, Prägung und Erbe ein. Hier sprach er vor allen Dingen über die Mitgift und den Glauben der Eltern.

Nach einer Musikeinlage mit Klängen von Merrill Knighton betrachtete Ostenrath die Spiritualität, Religiosität und den Begriff der Religion und ihren jeweiligen Zusammenhang und Abhängigkeit zueinander. Er nahm immer wieder vergleichend illustrativen Bezug zu anderen Weltreligionen, verallgemeinerte das Glaubenssystem auch für das Tierreich und machte deutlich, dass Religiosität nicht von den Menschen herrührt, sondern die Suche nach Sinn und Welterklärung darstellt.

„Religion ist stets im Wandel und ist dadurch nur schwer zu fassen“, so Ostenrath. Religion wird in diesem Zusammenhang als institutionelle Religiosität betrachtet, die heiligen Bücher und Schriften als kanonisierte Basis. Riten und Symbole dienen in diesem Zusammenhang als emotionales Band. Priester, Schriftgelehrte und geweihte Orte machen es erst möglich, an einen Gott oder Geister zu glauben und diesen Glauben real werden zu lassen.

In einer Art Patt-Situation berichtete Ostenrath über die Gegenüberstellung von Glaube und Vernunft. Auch die Ökologie der Religion bekam einen Platz an dem Abend. Wer wo was glaubt und ob Religion nun jetzt Segen und Fluch zugleich sei, bietet den thematischen Schluss der ersten Station der Lesereise.

Die nächste Lesung findet am 10. April in St. Mariä Heimsuchung in Frauwüllesheim statt und beschäftigt sich mit ostasiatischen Religionen wie dem Taoismus in China und dem Shintoismus in Japan. An weiteren Stationen werden Hinduismus, Buddhismus, Judentum, Christentum und Islam thematisiert. Die Termine gibt es auf der Homepage des Ambulanten Hospizdienstes hortus dialogus.

(mie)
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