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Lendersdorf: Verstärkung für Thorax-Chirurgie

Lendersdorf : Verstärkung für Thorax-Chirurgie

Die ab Mitte der 80er Jahre im Lendersdorfer Krankenhaus aufgebaute Abteilung für Thorax-Chirurgie hat Verstärkung bekommen.

Seit Jahresbeginn arbeitet der Chirurg Dr. Sebastian Bröß in der Klinik. Der 37 Jahre alte Arzt, der aus dem Rurgebiet stammt, kehrte damit an seinen alten Arbeitsplatz zurück.

Vor seinem Wechsel nach Köln-Merheim hatte er in Lendersdorf seine Facharzt-Ausbildung absolviert und war hier etwa sechs Jahre tätig.

Für den medizinischen Direktor und Chefarzt der Chirurgie in Lendersdorf, Dr. Wolfgang Spithaler, wird damit der positiven Entwicklung dieser Abteilung Rechnung getragen.

Die Ärzte operieren pro Jahr 400 Patienten. Benachbarte Kliniken wie niedergelassene Mediziner überweisen nach Lendersdorf.

Man habe eine Versorgungslücke im Raum Düren geschlossen, sagte der Arzt. Die Patienten profitierten von einer ortsnahen Versorgung.

Das Arbeitsfeld des ThoraxChirurgen ist der Brustkorb mit der Lunge als dem wichtigsten Organ; Herzchirurgie ist eine eigene Disziplin.

Die vorgenommenen Eingriffe beziehen sich außerdem auf den so genannten Bronchialbaum, der die Verbindung zwischen Luftröhre und Lunge herstellt, die Lymphknoten und Erkrankungen der Speiseröhre.

Die augenfälligste und oft dramatisch verlaufende Erkrankung, mit der ein Thorax-Chirurg sich zu bechäftigen hat, ist der Lungenkrebs.

Nach der Erfahrung der Ärzte in Lendersdorf wird nur in seltenen Fällen ein Lungenkarzinom bei einem Nichtraucher diagnostiziert. Sie ließen sich während der vergangenen Jahre „an den Fingern einer Hand” abzählen.

So lautet eine zentrale Frage der Ärzte an die Adresse der Patienten denn auch: „Rauchen Sie?”

Die Thoraxchirurgie im St.-Augustinus-Hospital wurde von Dr. Riccardo Rios aufgebaut. Der gebürtige Chilene mit deutschem Pass arbeitete in Santiago als Arzt, bevor er in die Bundesrepublik und schließlich nach Lendersdorf kam. Der Erfolg der Abteilung sei vor allem Rios Verdienst, sagte Spithaler.