Düren: Vermeintlicher Brandstifter vor Gericht freigesprochen

Düren: Vermeintlicher Brandstifter vor Gericht freigesprochen

Wie schnell man in die Fänge der Justiz geraten kann, musste ein 55 Jahre alter Frührentner erfahren, der sich wegen Brandstiftung vor dem Schöffengericht zu verantworten hatte. Der Mann war mehrfach in der Nähe eines ausgebrochenen Feuers auf einem Überwachungsvideo zu erkennen.

Eine Überwachungs-Kamera hatte aufgezeichnet, dass der Mann an einem frühen Dezembermorgen des vergangenen Jahres das Haus verlassen hatte, kurz darauf zurückkehrte und dann wenig später erneut das Gebäude verließ.

Etwa zur gleichen Zeit war in einer Garage des Komplexes ein Abfall-Container abgebrannt und hatte zudem die Garage sowie einen Motorroller und einen Rasenmäher beschädigt. Für sein Verhalten hatte der Mann nun eine einfache Erklärung. Er habe, wie fast täglich, für seine berufstätige Ehefrau das Auto aus der Garage gefahren. Zuvor habe er ein Fahrrad herausstellen müssen. Da er vergessen hatte, das Fahrrad wieder in die Garage zu stellen, musste er erneut das Haus verlassen und wurde wieder von der Kamera erfasst.

Später sei er als Zeuge zur Polizei bestellt worden, um zum Feuer in der Garage vernommen zu werden. Während der Vernehmung sei er in die Rolle des Tatverdächtigen gedrängt worden — auch, weil er auf dem Video zu sehen war. Da habe er jede weitere Aussage verweigert. In der Aufregung habe er sogar geleugnet, die Person auf dem Video zu sein.

Dieser Widerspruch führte offenbar dazu, dass der Mann angeklagt wurde. Interessant war vor Gericht die Aussage des früheren Hausmeisters, der von fünf Bränden in anderthalb Jahren berichtete. „Das kann jeder gewesen sein, da konnte jeder dran“, erklärte er. Sogar er selbst und sein Sohn seien einmal der Brandstiftung verdächtigt worden. Das Gericht unter Vorsitz von Richterin Verena Neft sprach den Frührentner frei. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft hatte für eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten ohne Bewährung plädiert.

(hp)
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