Düren: Vergleichskampf: „Ring frei“ im Annakirmeszelt

Düren: Vergleichskampf: „Ring frei“ im Annakirmeszelt

Seit 23 Jahren lädt der Boxring Düren 1955 am zweiten Sonntag der Annakirmes ab 11 Uhr ins Festzelt zum traditionellen Kirmesboxen in einer ganz besonderen Atmosphäre. Die Idee entstand wie viele gute Annakirmesideen bei einem Glas Bier.

Zu dieser Zeit war der Boxring häufig unterwegs, um in Kirmeszelten bundesweit zu boxen. „Bis nach München zum Oktoberfest sind wir gefahren“, erinnert sich Trainer Ernst Müller, siebenfacher Deutscher Meister, Olympiateilnehmer und Europameister. Beim abendlichen Bier stellte sich das Team die Frage „Warum immer nur in die Ferne schweifen?“

Ernst Müller machte einen Vorstoß beim damaligen Platzmeister Max Röntz und rannte offene Türen ein. Max Röntz nahm den Vorschlag gerne auf. Nachdem auch der damalige Bürgermeister Josef Vosen sein „OK“ gegeben hatte, konnten die ersten Runden im Kirmeszelt geboxt werde, wenn auch niemals bis zum KO, denn das hat es in den 23 Jahren kein einziges Mal gegeben.

Es wird hier um keine Qualifikation geboxt. Es geht um das sportliche Vergnügen und die ganz besondere Atmosphäre. „Kirmesboxen im Zelt ist etwas ganz anderes als in der Sporthalle“, sagt Ernst Müller. „Das Zelt ist innerhalb einer halben Stunde voll, viele haben schon vorher ganze Tische und Bankreihen reserviert.“

Es ist die lockere ungezwungen Atmosphäre, die Möglichkeit, sich auszutauschen, die Gelegenheit für ältere Boxer, die jedes Jahr unter den Zuschauern sitzen, über den Sport zu fachsimpeln, die so viele Zuschauerinnen und Zuschauer magnetisch anzieht. Drei Punktrichter vom Mittelrhein-Verband entscheiden sportlich fair, wer die einzelnen Runden gewonnen hat. Wie es ausgeht, ist Müller nicht so wichtig. Er weiß auch nicht mehr, welche Mannschaft im vergangenen Jahr vorne lag. Ihm geht es um das sportliche Miteinander und den Boxern um das Vergnügen, sich vor rund 500 Zuschauern miteinander zu messen.

Im letzten Jahr waren die Boxer aus Marburg die sportlichen Gegner, und sie werden es auch dieses Jahr wieder sein. In Marburg hat das Boxen eine lange Tradition, und zwischen den Boxern beider Städte sowie zwischen dem Trainer Ernst Müller aus Düren und dem Marburger Trainer Roland Leimbach bestehen gute Kontakte und ein reger Austausch.

Auch Niederländer im Ring

Am Sonntag, 6. August, ab 11 Uhr, treten die Marburger Boxer gegen Boxer aus Düren im Festzelt an. Ernst Müller hat aber auch Boxsportler aus den Niederlanden und Köln-Kalk zu den Kämpfen eingeladen. Aus Kohlscheid werden Boxerinnen kommen, so dass man auch auf einen Frauenboxkampf rechnen kann. Zur Unterhaltung tanzt zwischendurch eine Tanzgruppe.

Einlass ins Zelt ist bereits ab 10 Uhr. Die Eintrittskarten kosten 10 Euro, die vom Boxring zur Deckung der Kosten verwendet werden.

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