Düren: Urologe behandelt Blasenstörungen mit Botox

Düren: Urologe behandelt Blasenstörungen mit Botox

Das Nervengift Botox findet seit vielen Jahren Anwendung in der Schönheitschirurgie. Es lähmt die Gesichtsmuskeln und strafft die Haut. Doch bereits vor fünf Jahren machte sich Dr. Guido Breuer, Leitender Oberarzt in der urologischen Abteilung des Dürener Krankenhauses, die Wirkung von Botox auf die Muskeln erfolgreich für die Blasentherapie zunutze.

Schließlich ist die Blase nichts anderes als ein Muskel. Zieht sich dieser nicht richtig zusammen oder kann sich nicht richtig entspannen, so kommt es zu Blasenstörungen. Schließmuskelschwäche oder Bodenbeckenschwäche diagnostizieren die Urologen dann. Die Folgen: schnelle und unkontrollierte Entleerungen der Blase, weil beispielsweise der Austreibungsmuskel ungenügend funktioniert. „Ich kenne Patienten, die bis zu dreißig Mal pro Nacht aufstehen”, berichtet berichtet Urologe Guido Breuer. Abhilfe könne die Therapie mit Botox schaffen.

Guido Breuer lähmt den Blasenmuskel durch 20 bis 30 kleine Injektionen. Bei etwa 80 Prozent der Patienten hat der Urologe erfolgreich therapiert. Die Patienten haben durchschnittlich bis zu sechs Monaten Ruhe. Bei einigen hält die Therapie gar bis zu einem Jahr an. Nebenwirkungen bei der Behandlung mit Botox in der Blase seien so gut wie ausgeschlossen, versichert der Mediziner. Der kleine Eingriff mit dem Zytoskop (Blasenspiegel) durch die Harnröhre wird bei Vollnarkose durchgeführt.

Die Therapie ist im Übrigen wiederholbar. Wer mehr Informationen wünscht, kann diese bei „Medizin hautnah”, dem Forum der DZ und des Dürener Krankenhauses, mit dem Thema „Brechen Sie das Tabu!” am 24. Februar um 19 Uhr im Foyer des Krankenhauses erhalten. Fachärzte stehen Rede und Antwort.