Kreuzau/Kreis Düren: „Unser Dorf hat Zukunft“: Gold für Vlatten und einen Ortsverbund

Kreuzau/Kreis Düren: „Unser Dorf hat Zukunft“: Gold für Vlatten und einen Ortsverbund

Die Teilnehmer am Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ stehen fest: Der Heimbacher Stadtteil Vlatten sowie der Ortsverbund aus Vossenack, Simonskall und Raffelsbrand werden im kommenden Jahr den Kreis Düren vertreten. In der Kreuzauer Festhalle haben die Ortsvertreter am Dienstagabend ihre Urkunden von Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) in Empfang genommen. 24 Orte hatten teilgenommen.

Die Ortsgemeinschaft aus der Gemeinde Hürtgenwald hatte „intensiv gehofft“, dass ihre Mühe belohnt wird, erzählt Manfred Braun am Tag danach. Der 65-Jährige ist der Sprecher der Gruppe. Die Orte nehmen nicht zum ersten Mal an dem Wettbewerb teil, der Unterschied aber zu den vergangenen Jahren ist: Sie präsentieren sich nun gebündelt im Internet (www.vossenack.nrw), und der Verbund hat seit Ende 2016 ein Leitbild. „Wir haben bei den vergangenen Teilnahmen immer als Rückmeldung bekommen, dass uns so etwas fehlt. Jetzt haben wir eins, und es hat sich gelohnt“, erzählt Braun.

Zwei Jahre hat die Entwicklung in Dorfkonferenzen und Arbeitskreisen gedauert. Das Ergebnis: Die Bürger haben sich am Namen „Vossenack“ orientiert und jedem Buchstaben ein Ziel zugeordnet. Das „O“ steht zum Beispiel für Offenheit — alle Bürger sind eingeladen, sich an der Dorfentwicklung zu beteiligen. Ein „S“ steht für Selbstbewusstsein, das sich etwa in der Gründung des Dorfforums widerspiegelt — ein Beweis dafür, dass die Bürger die Geschicke des Dorfes selbst in die Hand nehmen.

Das offene Dorfforum mit Teilnehmern aller Vereine und Einrichtungen trifft sich in der Regel einmal im Quartal. Aus einem Treffen vor vier Jahren ist zum Beispiel die Idee entstanden, das Freibad in Vossenack wieder zu betreiben.

In zweieinhalb Stunden hat ein Arbeitskreis um Braun der Jury im Juli die drei Orte vorgestellt. „Wir haben die Zeit prima genutzt und gezeigt, worauf wir stolz sind“, meint Manfred Braun. Dazu zählt unter anderem im sozialen Bereich (ein Bewertungskriterium) der Zusammenhalt der Generationen. „Das Seniorenzentrum als größter Arbeitgeber kooperiert mit dem Kindergarten und den Schulen.

Erzählabende werden zum Beispiel organisiert.“ Bei der Vorstellung hoben Braun und seine Mitstreiter auch hervor, dass im Hauptort Vossenack die Nahversorgung dank „toller Infrastruktur“ gegeben ist und „der komplette Bildungsweg“ von Kindergarten bis Gymnasium gegangen werden kann. Ein Film am Ende des Tages rundete die Vorstellung ab.

30 Projekte für Vlatten

Vlatten ist zum wiederholten Male „Golddorf“ und zum vierten Mal für den Landeswettbewerb qualifiziert. Dort gab es in der Vergangenheit Silber als bislang höchste Auszeichnung. „Mit Gold haben wir nicht gerechnet“, sagt Kurt Krüttgen, 63, seit der Gründung 1995 Vorsitzender des Bürgervereins. Gut 30 Projekte hat der Verein seitdem umgesetzt, um das Dorf voranzubringen. „All das, was wir tun“, betont Krüttgen, „machen aber nicht für die Wettbewerbe, es geht allein um die Bevölkerung.“

So hat die Gemeinschaft in Eigenleistung in den vergangenen Jahren unter anderem am neuen Feuerwehrgerätehaus mitgewirkt, eine neue Friedhofsmauer errichtet und das Sportheim als Treffpunkt erweitert, nachdem die letzte Gaststätte geschlossen wurde. Einen Sonderpreis hat der Ort am Dienstag für seine Bauerngärten erhalten.

Außerdem macht die Dorfgemeinschaft auf sich aufmerksam, indem sie jährlich einen Kalender erstellt, in denen die Veranstaltungen im Ort eingetragen sind. Der Kalender hat zusätzlich noch zwei Seiten für redaktionelle Inhalte. „Für kommendes Jahr werden wir die zwei Seiten nutzen, um über den Wettbewerb zu informieren“, sagt Krüttgen.

Gepunktet hat der Stadtteil Heimbachs bei der Kommission mit historischen Gebäuden und der intakten Natur, wozu auch einige Biotope zählen.

(cro)