1. Lokales
  2. Düren

Gefahr wegen überfrierender Nässe: Unfreiwillige Rutschpartie auf Dürener Weihnachtsmarkt?

Gefahr wegen überfrierender Nässe : Unfreiwillige Rutschpartie auf Dürener Weihnachtsmarkt?

Es ist keine Überraschung, dass der Dürener Weihnachtsmarkt auf dem Kaiserplatz aufgebaut wird. Der Beschluss steht. Überraschend war dagegen, welche Einwände die Stadtverwaltung gegen den Standort hat. Unter anderem: Glatteisgefahr.

Die Umgestaltung des Kaiserplatzes hatte mehrere Ziele, eines davon war, ihn multifunktional für verschiedene Veranstaltungen zu rüsten. Der Weihnachtsmarkt scheint dabei jedoch nicht auf der Liste gestanden zu haben. Die Stadtverwaltung hält den Rathausvorplatz jedenfalls nicht für die beste Wahl als Standort für den adventlichen Budenzauber.

„Aufgrund der polygonen Oberfläche des Kaiserplatzes“ könne es zur „Glatteisbildung infolge überfrierender Nässe“ kommen, schreibt die Verwaltung in ihrer Vorlage, über die der Haupt- und Finanzausschuss in dieser Woche beraten hat. Bürgermeister Frank Peter Ullrich (SPD) wurde deutlicher: „Das Wasser fließt nicht ab wie gewünscht.“ Es könne also zu Teilsperrungen bei Frost kommen.

Georg Hamm (CDU) witterte einen Mangel bei der Platzgestaltung, deren Ende erst im Mai gefeiert wurde: „Ist geliefert worden, was versprochen wurde?“ Oder könnte es Gewährleistungsansprüche der Stadt gegenüber Planern oder Firmen geben, fragte der Christdemokrat, schließlich sollte der Kaiserplatz nach Umbau „wieder vollumfänglich als Veranstaltungsfläche zur Verfügung stehen“.

„Er ist grundsätzlich geeignet“, entgegnete Frank Peter Ullrich und erinnerte an die Feste und Events, die es schon gegeben hat. Hier ließen sich Bühnen aufbauen, es stehen Stromanschlüsse zur Verfügung, der Platz könne sogar von einem 40-Tonner befahren werden. Und die „polygone Oberfläche“, gemeint sind wohl vor allem die Vertiefungen, waren ja offenbar beabsichtigt und notwendig, um die Wasserfontänen mit einem geschlossenen Kreislauf zu betreiben. Das ausgespuckte Wasser läuft über die Vertiefungen zurück. Allerdings können hier im Winter auch Gefahrenstellen entstehen. Die Verkehrssicherungspflicht liegt bei der Stadt ...

Sicherheit weiteres Argument

Ein weiteres Argument, das aus Sicht der Verwaltung gegen den Kaiserplatz als Weihnachtsmarkt-Standort spricht, ist die Sicherheit. Der offene Platz sei bei weitem nicht so gut zu schützen wie der Bereich Annaplatz/Umfeld Annakirche. „Man muss darüber reden, was geschehen könnte“, sagte Bürgermeister Frank Peter Ullrich. „Die Absicherung ist bei der Planung nicht berücksichtigt worden. Das ist ein weiches Ziel“, erklärte Rechtsdezernentin Christine Käuffer. Und weiter: „Wir können den Weihnachtsmarkt nicht sichern.“

Bekanntlich widmen die öffentlichen Verwaltungen und Sicherheitsbehörden in Deutschland nicht erst seit dem Attentat auf dem Breitscheidplatz in Berlin vergleichbaren größeren Veranstaltungen ihre Aufmerksamkeit.

Die sehr große Mehrheit im Haupt- und Finanzausschuss sprach sich am Ende für den Kaiserplatz aus, für den Annaplatz votierte nur Valentin Veithen (Die Linke), zumal sowohl die Koalition Zukunft (SPD, Grüne, BfD, Bunte Liste) als auch die CDU sich schon im Vorfeld auf den Ort festgelegt hatten, den sich auch die Schausteller gewünscht hatten.

Nicht der Breitscheidplatz

Stefan Weschke (CDU) erklärte, dass es 100-prozentige Sicherheit „nie geben kann“ und der Kaiserplatz nicht der Breitscheidplatz sei. Mit Blick auf die Funktionalität und die Glatteisgefahr sagte Dagmar Nietan (SPD): „Wir werden den Platz jetzt einem Tauglichkeitstest unterziehen.“

Nach Möglichkeit soll auch die Hochterrasse am früheren Rathaus-Haupteingang den Schaustellern zur Verfügung gestellt werden. Hier laufen noch statische Prüfungen der Verwaltung. Einen großen Weihnachtsbaum wird es aber nicht geben, weil dafür die baulichen Voraussetzungen fehlen. Der beleuchtete „Sternenhimmel“ fehlt in diesem Jahr auch, er wird umgerüstet. Die Schausteller wollen das aber mit kleineren Dekorationselementen kompensieren.