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Wegen 2G-Regel: Unbekannte markieren Geschäfte mit Judenstern

Wegen 2G-Regel : Unbekannte markieren Geschäfte mit Judenstern

In der Diskussion um die verschärften Corona-Regeln ist in Düren eine rote Linie überschritten worden: Unbekannte haben am zweiten Weihnachtsfeiertag an zahlreichen Schaufenstern selbstgedruckte Plakate mit der Botschaft „Ungeimpfte werden hier gemobbt“ angebracht, darunter ein Judenstern mit der Aufschrift „Ungeimpft“.

Hintergrund ist die seit Wochen im NRW-Einzelhandel und in der Gastronomie geltende 2G-Regel. Die Geschäftsleute müssen dabei selbst kontrollieren, ob ihre Kunden geimpft oder genesen sind. Um dieses Procedere sowohl für die Kunden als auch für die Betreiber der Geschäfte ein wenig zu erleichtern, hatte der Verein City-Marketing (Cityma) kurz vor Weihnachten nach dem Vorbild vieler anderer Städte und in Absprache mit dem Dürener Ordnungsamt Zehntausende gelber Bändchen angeschafft. Seitdem können sich geimpfte und genesene Kunden in rund zwei Dutzend Geschäften und Gastronomiebetrieben ein gelbes Kontrollband ums Handgelenk kleben lassen. Sie sind mit dem Logo der Einkaufsstadt versehen, erhalten bei der Ausgabe das tagesaktuelle Datum und sind dann noch zwei weitere Tage lang gültig.

„Das Kontrollband-System macht das ständige Vorzeigen des Impf- oder Genesenennachweises sowie des Lichtbildausweises überflüssig“, freut sich der IG-City-Vorsitzende Ulf Minartz. „Auf diese Weise wird der Kundschaft ein stressfreieres und angenehmeres Einkaufserlebnis ermöglicht.“ Und Minartz weiß von vielen Kollegen:„Die Bändchen werden dankbar angenommen.“

Umso erschütterter waren er und seine betroffenen Kollegen, als sie am zweiten Feiertag beziehungsweise bei der Öffnung ihrer Geschäfte am Montagmorgen die Plakate mit dem Judenstern auf zahlreichen Schaufenstern sahen. „Ich kann den Frust vieler Menschen verstehen, aber das geht definitiv zu weit“, macht der IG-City-Chef unmissverständlich deutlich. „Uns und der Cityma geht es mit der Aktion doch nicht um eine Diffamierung Ungeimpfter, sondern einzig und allein um darum, unseren geimpften und genesenen Kunden den Einkauf und den Besuch von Restaurants zu erleichtern.“

In jeder Disco seien Stempel gang und gäbe, in vielen All-inclusive-Urlaubshotels farbige Bändchen obligatorisch. Die 2G-Bändchen mit einem Judenstern gleichzusetzen, sei eine absolute Frechheit, erklärt Minartz, der rechtliche Schritte am Dienstagmorgen nicht ausschloss.