Diesmal keine P&R-Pendelbusse: Trotz höherer Standgelder stabile Preise auf der Annakirmes

Diesmal keine P&R-Pendelbusse : Trotz höherer Standgelder stabile Preise auf der Annakirmes

Drei Wochen vor Beginn der Annakirmes kommt die wichtigste Botschaft von Bert Cremer: „Trotz einer Erhöhung der Standgelder von bis zu 40 Prozent bleiben die Preise auf der Annakirmes stabil.“ Das kündigt Dürens Schaustellerchef nach zahlreichen Gesprächen mit Kollegen bundesweit an, zumindest für dieses Jahr.

Und das gelte auch für den Bierpreis, mit dem sich das größte Volksfest der Region ohnehin seit Jahren nicht hinter dem Münchner Oktoberfest zu verstecken braucht. „Die Kirmes muss volkstümlich bleiben“, betont Cremer, um gleichzeitig aber auch noch einmal die Verantwortlichen der Stadt in die Pflicht zu nehmen.

Langfristig müsse die Politik die Frage beantworten, was ihr die Annakirmes als Werbeträger wert ist, die Düren bundesweit bekannt gemacht hat. Das betont auch Bürgermeister Paul Larue (CDU) ausdrücklich. Aktuell müssen die Schausteller für alle mit dem Volksfest verbundenen Kosten geradestehen.

Dass der Countdown für die Annakirmes mehr als drei Wochen vor Beginn am 27. Juli läuft, ist nicht zu übersehen. Den ersten Schausteller hat Achim Greiff bereits begrüßt. Während der Platzmeister mit seinem Team vom städtischen Vermessungsamt noch die letzten Standflächen markierte, traf Bierdorf-Betreiber Bruno Drehsen bereits mit den ersten seiner insgesamt 28 Packwagen in Düren ein. Das erste Fahrgeschäft erwartet Greiff am kommenden Mittwoch, ab 14. Juli wird dann der Annakirmesplatz komplett gesperrt, und die heiße Aufbauphase geht los. Und damit in der alles glatt läuft, hat Greiff mit seinem Team jeden Standplatz mit pinker Sprühfarbe markiert.

Platzmeister Achim Greiff hat den Standort jedes Geschäfts auf dem Platz bereits markiert. Foto: ZVA/Jörg Abels

Denn auch wenn so mancher Fixpunkt (Festzelt, Old English Pub, Dürener Treff oder Breakdance, um nur einige zu nennen) unverrückbar ist, hat die Politik doch wieder einige neue Akzente bei der Platzgestaltung durchgesetzt. Die Besucher werden sich an einigen Stellen umorientieren müssen und alteingesessene Geschäfte auf einem neuen Platz wiederfinden. Wie schon im vergangenen Jahr muss beim Aufbau auch wieder der unter dem Kirmesplatz verlaufende Hauptabwasserkanal berücksichtigt werden, der nicht allzu stark belastet werden darf. Hier markiert Greiff eigens eine Sicherheitszone, unter dem Rundfahrgeschäft „Shake & Roll“ hinter dem Annazelt werden Stahlplatten für die aus statischen Gründen erforderliche Lastenverteilung sorgen.

Kurzfristig umplanen musste Greiff indes nicht mehr. Absagen vertraglich bereits gebundener Schausteller blieben der Stadt in diesem Jahr erspart. Und dass sich nicht berücksichtigte Schausteller mit neuen Rechtsverfahren erfolgreich auf den Platz klagen, scheint aus der Erfahrung vergangenen Jahre eher unwahrscheinlich. Am 15. Juli will das Verwaltungsgericht Aachen über vorliegende Eilanträge entscheiden. Hubert Cremer, Vorsitzender des für die Platzvergabe zuständigen Ausschusses, blickt der Entscheidung der Aachener Richter gelassen entgegen. „Wir haben die Geschäfte sorgfältig ausgewählt“, betont der FDP-Politiker und verweist darauf, dass die Richter dem Ausschuss bislang stets eine subjektive Entscheidung zugestanden haben.

Das Überschlagkarussell „Avanger“ mit seiner einzigartigen LED-Beleuchtung gehört mit zu den Attraktionen. Foto: ZVA/Jörg Abels

An den bereits Anfang Mai bekanntgegebenen Attraktionen hat sich nichts mehr geändert. Zu den Highlight der Annakirmes 2019 gehören zwei Achterbahnen, der erstmals in Düren stehenden „Alpen Coaster mit einer Schienenlänge von fast 500 Metern, und „Drifting Coaster“ mit sich seitlich wegkippenden Gondeln, der bereits 2016 in Düren war. Adrenalinjunkies werden bei rasanten Überkopffahrten im „Avanger Royal“, im Propeller „XXL Racer“ mit einer Höhe von 55 Metern und im 80 Meter hohen „Sky-Fall“-Turm auf ihre Kosten kommen.

Rasant geht“s auf dem „Breakdance No.2“, dem aus dem vergangenen Jahr bereits bekannten Rundfahrgeschäft „Heroes“, einem „Flipper“ und dem bereits erwähnten „Shaker“ zu, der in dieser Größe noch nie in Düren war, wie Hubert Cremer betont. Zwei Berg- und Talbahnen, die historische „Fahrt ins Paradies“ und die „Petersburger Schlittenfahrt“ mit schwingenden Gondeln runden das Angebot neben einem Musikexpress ab. Nicht fehlen dürfen das „Europarad“ mit seiner einzigartigen LED-Beleuchtung und eine Geisterbahn, diesmal die „Geisterstadt“, eine der eindrucksvollsten in Deutschland überhaupt, betont Cremer.

Die Achterbahn „Drifting Coaster“ mit seiner einzigartigen LED-Beleuchtung gehört mit zu den Attraktionen. Foto: ZVA/Jörg Abels

Ein Blick noch ins Annazelt, in dem kölsche Tön dominieren werden: montagabends mit Mitsingkönig Björn Heuser, mittwochs beim traditionellen Rheinischen Abend des Dürener Festkomitees, donnerstags bei der „Ladies Night“ mit Marita Köllner und Torben Klein sowie am zweiten Samstag mit der kölschen Kirmes-Party, unter anderem mit Colör.

Zum Abschluss noch eine weniger erfreuliche Nachricht für alle auswärtigen Kirmesbesucher. P&R­Pendelbusse aus Richtung Eisenbahnstraße und Brüsseler Straße wird es nicht geben. „Auf eine bundesweite Ausschreibung hat sich kein Unternehmen gemeldet“, erklärt Achim Greiff.