Kreuzau: Traditionen bewahren umd Strukturen aufbrechen bei den „Deutschrittern“ Düren

Kreuzau : Traditionen bewahren umd Strukturen aufbrechen bei den „Deutschrittern“ Düren

Wenn am kommenden Wochenende der „Reit- und Fahrverein Deutschritter Düren 1926“ die Rheinischen Mannschafts-Championate ausrichtet, ist Dr. Roger Haunhorst schon seit Wochen mit den Vorbereitungen beschäftigt. Die Turniere finden sowohl in der Reitanlage an der Kuhbrücke in Düren, als auch auf dem Gelände „Am Bonsbusch“ in Kreuzau statt.

„400 Reiter mit 600 Pferden sind gemeldet“, verkündet Haunhorst als Vorsitzender der „Deutschritter“ nicht ohne Stolz.Seine Begeisterung für Pferde und den Reitsport erklärt er so: „Ich bin mit Tieren aufgewachsen.“ Das war in Bonn, dort hat er studiert und mit dem Reiten angefangen. „Als dann die Kinder kamen, habe ich weniger Zeit dafür gehabt“, erzählt der fünffache Vater. Aber dann hätten seine Töchter angefangen zu reiten, und damit sei er wieder mittendrin gewesen im Thema. Und das ist bis heute so geblieben.

Der Chirurg ist Geschäftsführer der Paulusklinik in Düren. Der Beruf war es auch, der ihn und seine Familie in das Rurgebiet führte. Damals hat er sich auch den „Deutschrittern“ angeschlossen. Das war vor 23 Jahren. Tochter Franziska, die mittlerweile als Tierärztin arbeitet, hat sehr erfolgreich für die „Deutschritter“ bei Turnieren geritten. „Sie ist rheinische Meisterin geworden und hat an der WM teilgenommen“, erinnert sich der 66-Jährige gerne.

Haunhorsts Lieblingsdisziplin ist die Vielseitigkeit: „Für mich ist das die Krone der Reiterei.“ Egal, ob Vielseitigkeit oder eine andere Disziplin: „Die Herausforderung ist, mit dem Pferd zu kommunizieren und die Aufgabe so schonend wie möglich zu bewältigen.“ Gutes Reiten sei der beste Tierschutz und wichtiger als alle Accessoires. Bei Strecken zwischen 1000 und 4000 Metern müsse über mehrere Minuten die Aufmerksamkeit hochgehalten werden.

Gemeinschaftsgedanke

Bei den „Deutschrittern“ sind alle Altersklassen vertreten, auch Kinder mit Ponys. Für Haunhorst steht dabei immer der Gemeinschaftsgedanke im Vordergrund. „Der geht heutzutage leider oft verloren. Früher ist man für den Verein geritten, heute oft nur noch für sich selbst.“

An den von den „Deutschrittern“ ausgerichteten Landes-Championaten nehmen mittlerweile 16 von 17 Mannschaften des Rheinlandes teil.

Als Vorsitzender sieht der Mediziner seine Aufgabe darin, Tradition da zu bewahren, wo sie wichtig ist, und gleichzeitig alte Strukturen aufzubrechen und frischen Wind reinzulassen. Bei diesen vielen Aufgaben ist für ihn auch klar, dass er seine „gesamte Freizeit für den Verein einsetzt“.

(wey)
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