Düren: Traditionell ausgelassen: Weiberfastnacht in Düren

Düren: Traditionell ausgelassen: Weiberfastnacht in Düren

Glasfrei, aber nicht stimmungsfrei wurde am Donnerstag in der Dürener Innenstadt die Eröffnung des Straßenkarnevals gefeiert.

Während auf dem Marktplatz die Vollblut-Karnevalisten auf traditionelle Weise unter „Regie” von Wino Ulhas Wievefastelovend schunkelnd zelebrierten, rockten auf dem benachbarten Kaiserplatz 2500 Jugendliche zu etwas härteren jecken Tönen.

Witterungsbedingt erreichte die Zahl der Feierfreudigen nicht das Vorjahresniveau. Eiszeit herrschte dennoch nicht: Gefeiert wurde auf beiden Plätzen ausgelassen.

„Gemessen an der Zahl der Besucher und am Grad der Alkoholisierung ist alles sehr friedlich verlaufen”, zog Polizeidirektor Thomas Dammers eine Bilanz der federführend vom Stadtjugendamt organisierten Jugendparty auf dem Kaiserplatz.

13 Jugendliche mussten in Gewahrsam genommen werden, es gab drei Fälle von Körperverletzungen. Alles im grünen Bereich, teilt die Polizei mit. „Auch das Glasverbot wird akzeptiert”, hieß es aus dem Ordnungsamt der Stadt. Zu Glasbruch jedenfalls ist es an diesem Weiberfastnachtstag kaum gekommen.

„Wir mussten auch kaum Flaschen konfiszieren”, berichtete Karlheinz Adels vom Ordnungsamt. Um das Problem des sogenannten Wildpinkelns in den Griff zu bekommen, haben die Organisatoren vier mobile Erleichterungsstationen in der Innenstadt verteilt.

Für erhöhten Druck dürften allerdings die zugefrorenen Leitungen des Toilettenwagens gesorgt haben.

Größtes Problem waren am Donnerstag Jugendliche, die zu tief in die Plastikflasche geschaut hatten. Partygäste mussten unterkühlt und alkoholisiert behandelt werden. 60 Feuerwehrmänner und Sanitäter waren im Einsatz, die Polizei flankierte mit 85 Beamten das Geschehen in der Innenstadt.

Kleiner Wermutstropfen für Berthold Becker vom städtischen Jugendamt: Der Auftritt des Dürener Prinzenpaares vor den Jugendlichen fiel aus. „Der Prinz sah seine Sicherheit nicht gewährleistet”, sagt Becker.

Der Tross der Tollitäten passierte auf dem Weg zur Bühne eine handgreifliche Auseinandersetzung. Laut Polizei ein Einzelfall, aber ganz offensichtlich ein Stimmungskiller.

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