Düren: Toter Säugling: Flugblatt soll zur Mutter führen

Düren : Toter Säugling: Flugblatt soll zur Mutter führen

Der tote Junge, der vorige Woche Donnerstag in Düren-Hoven von einem Spaziergänger in einem Gebüsch gefunden worden ist, war erst wenige Tage alt. Das teilte die Staatsanwaltschaft Aachen am Dienstag mit. Sie geht zudem davon aus, dass das Kind an einem noch unbekannten Ort im Bereich der Region Düren zur Welt gekommen ist.

Die Untersuchungen, die Aufschluss darüber geben sollen, wie lange der Säugling tot am Rande des Ruruferradweges gelegen hat, sollen erst im Laufe der Woche abgeschlossen sein, teilte Staatsanwalt Jost Schützeberg auf Anfrage mit.

Da die Fahndung nach der Mutter bislang offenbar ergebnislos verlaufen ist, hat die Polizei am Dienstag Flugblätter in der Nähe des Fundortes aufgehängt und die Medien darum gebeten, das Flugblatt über Düren hinaus bekannt zu machen. Der rot umrandete Zettel zeigt eine zufällig gewählte Bleistiftzeichnung eines Babys, das keinerlei Ähnlichkeit mit dem gefundenen Säugling hat, wie Schützeberg betonte.

Mögliche Zeugen sollen durch das Flugblatt dazu animiert werden, sich bei der Polizei zu melden. „Schließlich können auch Spaziergänger aus der weiteren Region, die nicht täglich dort sind, wichtige Beobachtungen gemacht haben“, sagte Schützeberg.

Die Ermittler suchen dringend nach Menschen, die Kontakt zur Mutter des toten Jungen hatten. „Ohne eine ärztliche Nachversorgung kann es zu erheblichen körperlichen oder seelischen Beeinträchtigungen der Mutter kommen“, heißt es auf dem Flugblatt. „Jeder noch so abwegig erscheinende Hinweis ist wichtig und kann auf Wunsch diskret behandelt werden.“

Geschildert wird auf dem Flugblatt das typische Verhaltensmuster vieler Schwangerer in gleich gelagerten Fällen, die glauben, sich niemandem anvertrauen zu können und die Schwangerschaft verdrängen — und gänzlich leugnen oder eine ausweichende Erklärung liefern, wenn man sie darauf anspricht.

Wer irgendeine Veränderung in dieser Hinsicht bei einer Frau, die möglicherweise auch schon Kinder hat, in der jüngeren Vergangenheit wahrgenommen hat, solle sich unter Telefon 02421/949-8023 bei der Dürener Polizei oder jeder anderen Polizeidienststelle melden.

Als Beispiel für auffällige Veränderungen wird eine starke Gewichtszunahme und dann eine plötzliche -abnahme, eine Änderung des Kleidungsstils oder das Vermeiden von Sport, Freizeitaktivitäten oder sozialen Kontakten genannt.

(cs)