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Schmidt: „Tollrock“-Festival zum ersten Mal ausverkauft

Schmidt : „Tollrock“-Festival zum ersten Mal ausverkauft

„Ausverkauft“ — das gab es beim „Tollrock“-Festival noch nie. Band-T-Shirts und säuberlich am Arm aufgereihte Festivaleintrittsbändchen bestimmten am Wochenende das Bild am Rande des Eifeldorfes: Wacken, Rock am Ring und eben „Tollrock“.

Während in der Pfarrkirche „St. Mokka“ die Vorabendmesse gehalten wurde, feierten die Rockmusikfans an der „Schönen Aussicht“ zu den Klängen von „Linkin‘ Park“, gespielt von der ungarischen Band „Piknik Park“.

Schon am späten Samstagnachmittag gab es kein einziges Ticket mehr für das beliebte Tollrock-Festival in Schmidt. Rund 250 Helfer aus vielen Ortsvereinen — darunter Vera Prinz und Denise Friedriszik im Merchandising-Shop sowie Peter Schotten — unterstützten den Tollrock-Verein. Dietmar Schmitz und Daniel Boje aus Hasenfeld genossen mit dem Kölner Martin Majeweski das. Foto: smb

Schon am Samstagnachmittag waren keine Karten mehr für die Konzerte am Abend zu haben, auch am Freitagabend waren knapp 3000 Leute auf dem Platz. Der in diesem Jahr deutlich vergrößerte Campingplatz war schon am Freitagabend dicht. Kein Wunder, gibt es doch wahrlich Schlimmeres, als bei herrlichem Festivalwetter handgemachte Musik zu hören, nette Leute zu treffen und ein kaltes Bier zu trinken.

Schon am Samstagnachmittag gab es kein einziges Ticket mehr für das beliebte „Tollrock“-Festival in Schmidt. Rund 250 Helfer aus vielen Ortsvereinen — darunter Vera Prinz und Denise Friedriszik im Merchandising-Shop sowie Peter Schotten — unterstützten den „Tollrock“-Verein. Dietmar Schmitz und Daniel Boje aus Hasenfeld genossen mit dem Kölner Martin Majeweski das Festivalwetter. Foto: smb

Auch wenn sich die Nachricht vom Ausverkauf in WhatsApp-Gruppen und Facebook flott verbreitete, gab es am Eingang doch das ein oder andere traurige Gesicht und die verzagte Frage: Du hast nicht vielleicht noch eine Karte übrig, oder? Aber mehr als 3500 Personen dürfen aus Sicherheitsgründen nun mal nicht auf das Gelände.

„The Stitchmachines“, eine Metal-Band aus Düren, machte wie auch „Fallin‘ in Paranoia“ aus Vossenack und „Godmachine“ aus Düren beim Wettbewerb für Nachwuchsgruppen mit. Sieger wurden „Holiday Hookers“ aus Aachen. Am Samstagnachmittag suchten die meisten Zuhörer noch Schutz im Schatten.

Mario Lennartz vom „Tollrock“-Verein zeigte sich am Sonntag bei den Aufräumarbeiten überwältigt: „Die Bands waren zufrieden, die neue Bühne war grandios, die Stimmung sehr gut und friedlich, mir ist keine Schlägerei bekannt.“ Lennartz lobte auch die Zusammenarbeit mit der Stadt Nideggen.

Schon am Donnerstag hatte das Festivalwochenende begonnen — für die ersten Camper mit Wurst, Bier und Gemütlichkeit, für den Tollrock-Verein und seine vielen Helfer mit dem Spülen und Abtrocknen der 7500 Becher und dem Aufbau der Infrastruktur.

Peter Schotten ist Schmidter, im TuS aktiv und schon seit Jahren beim „Tollrock“ am Start. Vom Becherspülen über Thekendienst bis zur Kasse übernimmt er gleich mehrere Aufgaben. Wie die anderen Helfer macht er das gerne. Und er hat das Glück, das beim „Tollrock“-Festival die Musik gespielt wird, die er auch sonst gerne hört: „Ich finde es gut, dass hier auch viele Coverbands spielen. Wenn man die Lieder kennt, kann man einfach gut mitfeiern.“

Aber auch Helfer, die daheim lieber Pop oder Schlager hören, sind mit Herzblut und viel Engagement dabei. Die Akzeptanz für das Festival im Dorf sei hoch, sagt Peter Schotten. Rund 250 Helfer aus den Ortsvereinen stemmen mit dem „Tollrock“-Verein, einem professionellen Sicherheitsdienst, der Feuerwehr und dem Rettungsdienst das Festival. Und die Vereine der vielen helfenden Hände profitieren am Ende auch vom Gewinn.

Und das ist ein Punkt, den Martin Majeweski aus Köln am Eifelfestival so gut findet. „Es ist toll, wie ein Dorf so ein Festival mit Gemeinschaftssinn stemmt“, sagt er. Zum fünften Mal ist er in Schmidt dabei, das zweite Juliwochenende ist für ihn ein Fixpunkt im Jahreskalender geworden. Am Samstagnachmittag sitzt er mit seinen Freunden unter dem Pavillon, der zwischen zwei Büschen und einigen Zelten angenehmen Schatten bietet. Auf der Bühne spielen schon die Nachwuchsbands, auf dem Campingplatz gibt’s noch eine Stärkung für den Abend.

„Die Tage hier sind wie ein kleiner Urlaub, vielleicht nicht gerade für den Körper, aber für die Seele“, sagt Daniel Boje. Der Hasenfelder ist seit Jahren in Schmidt im Publikum. Und weil er in diesem Jahr nicht in Wacken war, dient „Tollrock“ als kleiner Ersatz. „Das Publikum geht hier auch quer durch alle Altersstufen. Von Vierjährigen mit Mickeymäusen (Gehörschutz, Anm. d. Red.) bis hin zu über 70-Jährigen, es ist eine sehr schöne Stimmung“, lobt Martin Majeweski.

Aus dem Neubaugebiet dröhnen derweil Techno und Schlager aus immensen Boxen. Protest aus der Nachbarschaft? „Von wegen“, sagen die jungen Männer. „Heute stört es hier niemanden, wenn wir laut sind.“ Und später wollen auch sie zur großen Bühne und zum musikalischen Kontrastprogramm. Kopfschütteln ernteten sie dennoch.

Das Programm war abwechslungsreich: Am Samstagabend standen „Arcadium“ („Red Hot Chili Peppers“-Tribute), „Piknik Park“ („Linkin‘ Park“-Tribute), „Remode“ („Depeche Mode“-Tribute) und „Dire Strats“ („Dire Straits“-Tribute) auf der Bühne. Am Freitag machten „Radiovegas“ (Rock-Pop-Punk), „The O‘Reillys And The Paddyhats“ (Irish Folk-Punk), „The Offspin“ („The Offspring“-Tribute), „Korn Again“ („Korn“-Tribute) und „Generation Grunge“ Musik. Reichlich Musik zum Feiern. Und bei Rock- und Metal-Konzerten gehört es eben auch dazu, dass der ein oder andere beim „Pogo“ leichte Blessuren davon trägt — und unter Applaus vom Platz getragen wird.

Am Sonntag hieß es dann Aufräumen und Abbauen — und wieder Tausende Becher spülen, abtrocknen und lufttrocknen lassen. Am 12. und 13. Juli 2019 werden sie wieder gebraucht.