Langerwehe: Töpfermarkt: Keramik, Schmuck und Kulinarisches trotz Regen

Langerwehe: Töpfermarkt: Keramik, Schmuck und Kulinarisches trotz Regen

Kaum hat der Töpfermarkt offiziell begonnen, da ist auch schon schwer was los. Im Freigelände des Museums am Pastoratsweg werden die ersten Kartoffelstreifen im heißen Fett zu Reibekuchen ausgebacken, während nebenan Grünkohl oder Glühwein kredenzt werden. Der Markt ist noch immer nahezu ein Selbstläufer. Sobald er irgendwo im Veranstaltungskalender auftaucht, merken ihn sich seine Fans vor und kommen in Scharen, so auch am vergangenen Wochenende.

Doch nicht nur kaufgesinnte Freunde gepflegter Keramik kamen zu Hauf, auch manche Töpferinnen und Töpfer — so zum Beispiel Elke Bürger aus Obermaubach, die seit rund 20 Jahren aus der Rureifel anreist. Elke Kubicek aus dem Örtchen Pillig bei Mayen weiß schon gar nicht mehr, wie lange sie schon zum Markt kommt. Aber eines weiß sie ganz bestimmt: Hier bringt sie nicht nur ihre Schmuck- und Gebrauchsobjekte unters Volk — hier findet sie auch genügend Zeit zum Austausch mit Kollegen.

Was die Wesenszüge des Marktes angeht, bringt ein Mitbewerber um die Gunst des Publikums die Sache auf den Punkt: „Keramiker trifft man auch hier.“ Wobei die, die einen Platz im Zelt oder im Ausstellungssaal des Museums ergattert haben das meiste Interesse auf sich ziehen können. Aber die Zunft, die sich im Umgang mit Ton und Glasuren auskennt, ist in Wehe nicht unter sich. Lydia Reinartz, die auch im Förderverein mitarbeitet, zeigt als studierte Textildesignerin zum Beispiel allerlei Accessoires für die Herren, zum Beispiel Hosenträger: Bleiben noch die Köche im Freien, deren Spektrum von einem Bäcker mit mobilem Ofen bereichert wurde.

Der Töpfermarkt war aber nicht nur ein Ort für Waren: Viele Menschen engagieren sich hier und leisten mehr, als sie eigentlich tun müssten. Christoph Reinartz zum Beispiel, der Vorsitzende des Fördervereins, oder Sandra Schröteler, einst die rechte Hand der ausgeschiedenen Museumsdirektorin Dr. Kirsten Ulrike Maaß und nun selbst für das Tagesgeschäft am Pastoratsweg mitverantwortlich.

„Wehter Kumpaney“

Auch dabei ist Alfons Schubert, der gerne auch mit der „Wehter Kumpaney“ im historischen Gewand aufzieht. Ehefrau Christa bringt ihm noch schnell den Krummstab, dann ist er auch schon perfekt für seine neue Rolle — die des heiligen Kinderfreundes Nikolaus, immer auf der Suche nach Kindern wie der kleinen Frieda, die ihr stolzer Opa in seinen Armen spazieren trägt. Stets freundlich und mit feinem Gespür für Worte, die keine Angst machen — auch das ist ein Gesicht des Töpfermarktes von Langerwehe.