Töpfereimuseum Langerwehe: Diskussionen nehmen kein Ende

Kulturausschuss entscheidet : Töpfermarkt findet auch 2019 wie geplant statt, auch mit weniger Ausstellern

200 Euro für die Museumscafeteria pro Tag, 300 Euro für den Ausstellungsraum und mindestens 400 Euro pro Monat für Gruppen und Vereine, die den Saal für Ausstellungen mieten wollen, die „im direkten Bezug zum Museumsauftrag“ stehen.

Die Entgeltordnung für das Töpfereimuseum, die Langerwehes Bürgermeister Heinrich Göbbels (CDU) und Claudia Jungherz vom Schul-, Kultur- und Sportamt den Mitgliedern des Ausschusses für Kultur, Naherholung und Umweltangelegenheiten am Mittwochabend präsentiert haben, bot jede Menge Zündstoff.

Klar ist, die Gemeinde muss sparen, auch das Töpfereimuseum steht auf dem Prüfstand. Mittlerweile haben sich die Kommunalpolitiker entschieden, die Trägerschaft des Museums nicht an den Museumsverein abzugeben. Gleichwohl, so der eindeutige Auftrag der Politik an die Verwaltung, sollen die Einnamen des Museums erhöht und die Ausgaben reduziert werden. Deswegen braucht es eine Entgeltordnung, die auch gleichzeitig dafür sorgen soll, dass die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Förderverein auf eine solide Grundlage gestellt wird. Für die Mitglieder des Kulturausschusses ging die Preisliste dann aber scheinbar doch einen Schritt zu weit. Alle Fraktionen beantragten, den entsprechenden Tagesordnungspunkt zu vertagen.

Chris Andrä von den Grünen mahnte „Sorgfalt vor Heltik“ walten zu lassen. Iris Krifft von der CDU bemängelte, dass die Entgeltordnung im Vorfeld nicht mit dem Museumsverein besprochen worden sei. Peter Münstermann (SPD): „Diese Satzung ist völlig unausgegoren. Für uns gebietet es schon allein die Fairness, den Entgeltkatalog mit dem Museumsverein gemeinsam zu erarbeiten.“ Der Tagesordnungspunkt wurde also vertagt, das Museum blieb jedoch weiterhin Thema.

Mehr als 30 Besucher waren zu der Kulturausschusssitzung gekommen, viele von ihnen, weil sie sich seit Jahren ehrenamtlich im Museum engagieren. Neben der geplanten Entgeltordnung stand auch der Töpfermarkt 2019 auf der Tagesordnung. Die Anmeldefrist für den Markt, der wie immer am ersten Adventwochende stattfinden soll, ist am 1. April verstrichen, lediglich 25 Beschicker haben sich angemeldet. Um die komplette Ausstellungsfläche in und um das Museum zu füllen, braucht es mindestens 50 Aussteller, bis zu 65 haben Platz. Ein gewisser Prozentsatz sollen Keramiker sein, damit der Markt seinen Namen verdient.

Nicht nur, dass die Gemeinde bei einer so geringen Zahl von Ausstellern davon ausgeht, beim Zuschussgeschäft Töpfermarkt zusätzliche 3000 Euro Minus zu machen, die aus der Gemeindekasse bezahlt werden müssten, Claudia Jungherz sprach zudem davon, dass ein Töpfermarkt mit nur 20 Ausstellern „kein gutes Bild nach außen“ abgeben würde. „Mit 20 Beschickern können wir nur die Innenräume und den Hof bestücken, nicht aber die Wiesen am Museum.“ Gleichwohl haben die Ausschussmitglieder entschieden, den Markt nicht ausfallen, sondern mit nur 25 Ausstellern stattfinden  zu lassen.

Auch an dem Termin am ersten Adventwochenende soll festgehalten werden. Gleichzeitig wurde die Verwaltung beauftragt, nicht nur Keramiker, sondern auch andere (Kunst-)Handwerker zu finden. „Der Töpfermarkt ist ein emotionales Thema“; brachte es Timo Löfgen (CDU) auf den Punkt. „Einen anderen Termin zu suchen, halte ich für schwierig. Wir wissen doch nicht verlässlich, ob wir dann mehr Aussteller finden.“

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