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Tim Finnis gibt ein Konzert im Cellitinnen-Seniorenhaus St. Gertrud

Konzert m Cellitinnen-Seniorenhaus St. Gertrud : Tim Finnis sorgt für Gänsehaut

Man kann ihn als Meister der schwarz-weißen Tasten bezeichnen: der Brite Tim Finnis gibt bekannten Werken stets seine eigene, persönliche Note am Klavier. Vor etwa 60 Zuschauern gab er jetzt ein Konzert im Dürener Cellitinnen-Seniorenhaus St. Gertrud.

Es war nicht das erste Mal, dass Tim Finnis den Dürenern einen Besuch abstattete. Schon vor zweieinhalb Jahren, im Mai 2017, hatte der Pianist und Komponist aus der englischen Grafschaft Kent dem Frühjahrskonzert der Dürener Orchestergemeinschaft beigewohnt. Damals war er angereist, um die Uraufführung des vierten Satzes seiner Symphonie „Land Of The Journey“ live mitzuerleben.

Nun stellte er sein Können am Klavier unter Beweis. Zustande gekommen war auch diesmal der Kontakt durch Christian Schmitz aus Düren. „Im Rahmen einer Sprachreise habe ich Tim in England kennengelernt“, berichtete Schmitz. „Mir ist sofort sein toller, individueller Stil aufgefallen, als ich ihn spielen hörte.“

Dieser eigene Stil zog sich in Düren wie ein roter Faden durch das Programm. Sowohl bekannte klassische Werke, unter anderem von Offenbach, Grieg und Bach, als auch modernere Titel konnten die Zuhörer „auf die Finnsche Art“ einmal neu erleben. Besonders deutlich wurde dies zum Beispiel beim Presley-Hit „Always On My Mind“ und auch Cohans „Hallelujah“. Lieder, die man sonst in bekannter Form im Radio hört, interpretierte Finnis neu, fügte Zwischennoten hinzu und verlieh ihnen so seine persönliche Handschrift.

Das hohe technische Level grenzte dabei nahezu an Perfektion. Seine Virtuosität kommt nicht von ungefähr; schließlich musiziert und komponiert Finnis seit seinem zwölften Lebensjahr und hat seitdem rund 400 Musikstücke geschrieben.

Auch von seinen eigenen Kompositionen gab er am Freitag eine Kostprobe. Bei acht gefühlvollen Titeln seines im vorigen Jahr erschienen Albums „Moon in Blue Sky“ tauchte er den Raum in eine geradezu magische Atmosphäre. Die ergreifenden, melancholischen Klänge hatten Gänsehautpotenzial und regten die Gäste zum Innehalten an. Viele senkten den Blick oder schlossen die Augen, um sich voll auf die Musik zu konzentrieren. Mit herzlichem Applaus dankten die Zuhörer ihm schließlich für diesen kurzweiligen Abend.

(nie)