Düren: Till Jörres setzt seine Gegner schachmatt

Düren: Till Jörres setzt seine Gegner schachmatt

Till Jörres mag es spanisch: Nicht kulinarisch oder sprachlich, wie man leicht vermuten könnte, sondern beim königlichen Spiel. Bauer e4, Springer f3, Läufer b5 sind seine Standardzüge, wenn der 17-Jährige mit den weißen Figuren eine Schachpartie eröffnet.

Und das hat er zuletzt sehr erfolgreich getan: Till Jörres hat in seiner Leistungskategorie — Spielern mit einer Deutschen Wertungszahl (DWZ) zwischen 1600 und 1699 — in Wernigerode im Harz den Deutschland-Cup gewonnen. Auch an der ACO World Amateur Chess Championship auf Rhodos hat er in diesem Jahr teilgenommen. „Till hat in den vergangenen beiden Jahren außergewöhnliche Fortschritte gemacht und seine DWZ um rund 300 Punkte verbessert“, erklärt sein Trainer Hans-Hubert Sonntag.

Das sei um so bemerkenswerter, verändert sich ein Spieler doch in der Regel nur um rund 20 Punkte im Jahr, erklärt sein Trainer. Der Aachener ist selbst Internationaler Meister im Schach und rangiert damit in der zweithöchsten Leistungskategorie hinter dem Großmeister. „Wenn sich Till weiter so entwickelt, hat er durchaus das Zeug, auch einmal einen offiziellen Titel zu erringen“, ist sein Trainer überzeugt. In zwei Jahren könnte es bereits für die erste Anerkennungsstufe, den Kandidat Master, reichen, glaubt sein Trainer.

Es ist vor allem das strategische Denken, das den 17-Jährigen, der sich seit seinem achten Lebensjahr mehr für Läufer, Springer und Türme als für Fußball interessiert, am Schach so fasziniert und anspornt, wöchentlich vier bis fünf Stunden mit seinem Coach zu trainieren, Eröffnungsvarianten einzustudieren, Partien zu analysieren und sich auf kommende Gegner vorzubereiten. Zuletzt spielte Till Jörres, der 2016 am Wirteltor-Gymnasium sein Abitur machen will, für die Schachvereinigung Düren 13 Derichsweiler, wechselt nun aber zum Verein seines Trainers, dem in der 2. Bundesliga West spielenden Aachener Schachverein.

Dass die Bäume aber auch für einen talentierten Spieler nicht in den Himmel wachsen, musste Till Jörres zuletzt bei der Dürener Stadtmeisterschaft erfahren. Im Wettstreit mit den weitaus routinierteren Kollegen reichte es da für ihn nur zum vierten Platz. „Da habe ich aber wirklich nicht gut gespielt“, räumt der 17-Jährige ein. Auch Spanisch kann halt so seine Tücken haben.

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