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Düren: Tierschützer rät: Igel nicht selbst zu Hause aufpäppeln

Düren : Tierschützer rät: Igel nicht selbst zu Hause aufpäppeln

Im Herbst begibt sich der Igel auf die Suche nach Futter, baut sich ein Nest und bereitet alles für seinen Winterschlaf vor. Doch dabei kommt ihm der Mensch häufig in die Quere, sammelt ihn ein und bringt ihn ins Tierheim.

Auch wenn es oftmals eigentlich keinen Grund dazu gibt. „Bei uns werden oft Tiere abgegeben, denen es gut geht, nur, weil sie augenscheinlich zu klein sind“, erzählt Jürgen Plinz, stellvertretender Vorsitzender des Tierschutzvereins für den Kreis Düren.

Ein geringes Körpergewicht sei in den Monaten September und Oktober kein großes Problem. „Das regelt die Natur von allein“, sagt Plinz. Bis zum ersten Einbruch des Frosts, in der Regel Anfang November, hat der Igel Zeit, sich ein Speckpolster anzufressen. Streift er nach diesem Zeitpunkt allerdings tagsüber umher, sei das ein Indiz dafür, dass etwas nicht stimme. „Dann sollte man ihn wiegen. Er sollte mehr als 500 Gramm haben“, erklärt der Tierschützer. Ist es weniger, braucht er Hilfe.

Auch wenn der Igel sich nicht einrollt, wenn man sich auf ihn zu bewegt, stimmt meist etwas nicht. In einem Pappkarton, der mit einem Handtuch ausgekleidet ist, sollte er dann in ein Tierheim gebracht werden. Dort sind ganztägig Pfleger und Tierärzte, die sich um ihn kümmern. In Totholz-Haufen und Igel-Boxen kann er sich erholen und wird aufgepäppelt. Ist er wieder fit, darf er zurück in die Natur.

Gesetzlich verboten

Davon, Igel selbst aufzunehmen und zu pflegen, rät Plinz ab. „Die Entnahme von Wildtieren aus der Natur ist grundsätzlich verboten“, erklärt er. Das sei gesetzlich verankert — und das nicht ohne Grund: Viele Tiere seien wegen mangelnder Kenntnisse ihrer privaten Pfleger schon verendet.

Damit es gar nicht erst soweit kommt, dass der Igel Hilfe braucht, können Gartenbesitzer die Futtersuche unterstützen, indem sie im Herbst Katzennassfutter bereitstellen. Oft werde auch Milch an das Tier verfüttert, das sei jedoch schädlich, betont Plinz.

In Gärten mit Kompost- oder Reisighaufen findet der Igel Möglichkeiten, ein Nest zu bauen und sich zu verstecken. Doch häufig ist er dort auch einer großen Gefahr ausgesetzt: dem Laubbläser. Dieser saugt nämlich nicht nur die Blätter, sondern auch das Futter, wie Larven, Käfer, Schnecken und Würmer, oder sogar kleine Igel selbst auf. Also: Je naturbelassener der Garten, desto wohler fühlt er sich.