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Helfer aus Hürtgenwald: THW-Angehörige werden bei einer Übung plötzlich zu Rettern

Helfer aus Hürtgenwald : THW-Angehörige werden bei einer Übung plötzlich zu Rettern

Die THW Ortsgruppe Hürtgenwald ist zu einer Übung auf dem Rhein unterwegs und entdeckt plötzlich ein gekentertes Boot. Und vier Menschen.

Eigentlich sollte es für die Hürtgenwalder Ortsgruppe des Technischen Hilfswerkes (THW) eine ganz normale Ausbildungsfahrt werden. Doch was ganz entspannt begann, entwickelte sich schnell zum unplanmäßigen Einsatz der Fachgruppe Wassergefahren auf dem Rhein.

Eigentlich war die Gruppe zu einer Ausbildungsfahrt mit Mehrzweckarbeitsboot und Arbeitsboot auf dem Rhein unterwegs. Ausbildungsziel war das Befahren des Rheins bei schwierigem Niedrigwasser und dementsprechend schmaler Fahrrinne für Berufsschifffahrt und Freizeitkapitäne gewesen. „Hinzu kam die Besonderheit des starken Verkehrsaufkommens auf dem Rhein, was ebenfalls geübt werden sollte“, wie die Ortsgruppe festhält.

Nach dem zu Wasser lassen der zwei Boote in Königswinter-Niederdollendorf ging es dann auch zunächst wie vorgesehen rheinabwärts bis nach Köln, wobei die angehenden und bereits ausgebildeten Bootsführerinnen und Bootsführer der Fachgruppe Wassergefahren alle erforderlichen Ausbildungsschritte absolvieren konnten. Einige neue Helferinnen und Helfer waren auch mit an Bord, die vor kurzem ihre Grundausbildung erfolgreich abgeschlossen haben. Sie sollten das Aufgaben- und Fähigkeitsspektrum der Fachgruppe näher kennenlernen.

Alles so weit im Plan. Aber: Auf dem Rückweg von Köln bemerkte die Mannschaft des THW Hürtgenwald auf der Höhe von Bornheim-Hersel ein gekentertes Boot. Die Situation stellte sich für die THW-Angehörigen folgendermaßen dar: Auf dem Kiel saßen ein Erwachsener und zwei Kinder, eine weitere Person befand sich im Wasser und versuchte, das Boot aus der Fahrrinne zu schieben. „Zum Glück machten die Personen schon von weitem auf sich aufmerksam, worauf hin sofort die Menschenrettung eingeleitet wurde“, berichtet die Ortsgruppe. Als alle Personen an Bord waren, nahm das Mehrzweckarbeitsboot das gekenterte Boot „in Schlepp“ und brachte es in einen nahegelegenen Hafen. Das zweite THW-Boot sicherte unterdessen umhertreibende Gegenstände, welche ansonsten die Schifffahrt gefährdet hätten.

Der Rettungsdienst untersuchte die gekenterten Personen, eine musste nach Angaben des THW zur weiteren Abklärung in ein Krankenhaus gebracht werden. „Nach Rücksprache mit der ebenfalls beteiligten Wasserschutzpolizei konnte dieser kurzfristige Einsatz nach rund einer Stunde beendet werden“, protokolliert das THW. Gegen 21 Uhr erreichten die Hürtgenwalder wieder ihren heimischen Standort und konnten der Leitstelle des Kreises Düren melden, dass alle Hürtgenwalder Boote wieder einsatzbereit sind.

Mehr Quereinsteiger nach der Flutkatastrophe

Acht Männer und Frauen haben beim THW-Ortsverband Hürtgenwald im Juni ihre Prüfung zum Abschluss der Grundausbildung bestanden. Ungewöhnlich: Männer und Frauen waren in dieser Ausbildungsrunde gleich stark vertreten. „Wir schätzen uns sehr glücklich über diese Verstärkung“, unterstreicht der Verband, der auf noch eine Besonderheit hinweist: „Anders als im Normalfall konnten wir sieben Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger in unseren Reihen begrüßen. Für den Normalfall steht diesmal unser Leon Jansen als Eigengewächs aus der THW-Jugend.“ Ein Grund für den vermehrten Quereinstieg könnte sein, dass die Hilfsdienste des THW in den Monaten nach der Flutkatastrophe die Arbeit wieder stärker in das Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt haben. Mehr Infos zum Verband gibt es auf https://ov-huertgenwald.thw.de/.

(smb)