Düren: Theodor-Heuss-Park: Wohin geht die Reise?

Düren: Theodor-Heuss-Park: Wohin geht die Reise?

Nach dem Abriss der Dürener Stadthalle sind die Erwartungen an das neue Bismarck-Quartier hoch. Im Mittelpunkt des Innenstadtforums stand am Donnerstagabend im Rathaus aber nicht die geplante Wohn- und Geschäftsbebauung mit einem Vier-Sterne-Hotel.

Alles drehte sich um die Gestaltung des benachbarten Theodor-Heuss-Parks, des letzten Überbleibsels der in den 1950er Jahren von Stadtplanern entworfenen „Grünen Mitte“ der Stadt. Schnell wurde klar: Die Erwartungen der Dürener an die Gestaltung dieses „Stadtgartens“ sind nicht minder gering. Doch wie soll der Park, für dessen Aufwertung im Masterplan-Prozess 1,2 Millionen Euro vorgesehen sind, aussehen? Welche Wünsche haben die Dürener? Welchen Anforderungen soll die Grünanlage gerecht werden?

Gleich viermal waren die Besucher des Bürgerforums dazu aufgerufen, ihre Anregungen möglichst konkret einzubringen. An vier Tischen konnten sie auf einer Planskizze die Gestaltung und Nutzung des Heuss-Parks skizzieren — für die Zeitfenster 7 bis 12, 11 bis 15, 15 bis 19 und 18 bis 22 Uhr. Spielgeräte und Bänke konnten ebenso platziert werden wie Ruheplätze und Bäume. Schnell kristallisierte sich heraus, dass offenbar auch eine kleine Gastronomie im Park gewünscht wird — die Milchbar vergangener Zeiten wurde wieder lebendig. Offensichtlich stieß die Grünanlage aber auch schnell an die Grenzen des Möglichen.

„Der Park darf nicht überfrachtet werden“, gab auch Masterplaner Harald Heinz mit Blick auf sich abzeichnende Nutzungskonflikte zu Protokoll. Eine Ruhezone verträgt sich beispielsweise nicht uneingeschränkt mit einem Bolzplatz, und viele teilnehmende Schüler der benachbarten Schulen wiesen darauf hin, dass Park und Schulgelände gerne einen fließenden Übergang bekommen dürften, aber gewährleistet werden müsse, dass der Unterricht nicht gestört wird. Im Laufe des Abends und der fortschreitenden Diskussionen an den einzelnen Tischen wurden viele Wünsche auch zurückgenommen, es wurde lichter im planerischen Heuss-Park.

Großer Beliebtheit erfreuten sich aber Spielmöglichkeiten für Kinder, Punkte zum Ausruhen und Picknicken, eine mobile Bühne für Kulturangebote und eine Gastronomie (Milchbar).

„Alle wünschen sich einen neuen Treffpunkt“, bilanzierte Masterplaner Harald Heinz am Ende des Abends. Mit Blick auf die überschaubare Fläche regten Heinz und seine Kollegen vom Fach an, auf multifunktionale Lösungen zu setzen. Eine große Rasenfläche könne für Ballspiele, aber auch als Liegewiese genutzt werden. Sitzbänke könnten als Arena angelegt werden, um eine Bühne zu schaffen. „Ich wünsche mir einen Ort mit Atmosphäre, der von Dürenern und Besuchern der Stadt gerne aufgesucht wird“, äußerte sich Baudezernent Paul Zündorf. Ein Wunsch, der Zuspruch fand.

Die konkreten Planungen zur Gestaltung des Parks liegen allerdings in den Händen von zwölf Architekturbüros, die im Rahmen eines Wettbewerbs aufgefordert werden, Entwürfe zu erarbeiten. Die Ergebnisse des Bürgerforums sollen nun aufgearbeitet werden und die Grundlage für die Ausschreibung des Wettbewerbs im Juni sein. Über die Sommerferien können die Landschaftsarchitekten an den Entwürfen arbeiten.

Ein Preisgericht, das aus fünf Experten wie Stadtplanern, Architekten und Landschaftsarchitekten, Baudezernent Paul Zündorf und drei Politikern sowie beratenden Mitgliedern (unter anderen aus den umliegenden Schulen) besteht, wird drei bis vier Entwürfe auswählen. Diese werden am Dienstag, 15. November, erneut bei einem Innenstadtforum vorgestellt und diskutiert. Bevor das Preisgericht die Entscheidung trifft, können die Entwürfe nach dem Forum eventuell noch einmal überarbeitet werden, erläuterte Paul Zündorf. Die endgültige Entscheidung über die Ausführung liegt beim Stadtrat.

An „prominenter Stelle in der Stadt“ soll ein Park entstehen, der wieder ein Treffpunkt der Dürener ist. „Der Theodor-Heuss-Park liegt nicht am Rand des neuen Bismarck-Quartiers. Er ist das Zentrum“, ist Zündorf überzeugt.