Nideggen: Theaterschüler bringen schrägen Mix auf die Bühne

Nideggen: Theaterschüler bringen schrägen Mix auf die Bühne

„Wir schreiben das Jahr 2134. Das Raumschiff ,Space Hero‘ gleitet mit seiner 15-köpfigen Besatzung durch das All. Umweltkatastrophen haben die Erde an ihre Kapazitätsgrenzen gebracht. Ein Platz für die Umsiedlung der Menschen muss gefunden werden.

Sauerstoff und Zeit werden knapp. Plötzlich gerät das Raumschiff in den Sog eines Schwarzen Loches und landet in einer merkwürdigen Parallelwelt, die dem Mittelalter sehr ähnelt. Zur Erkundung werden Explorer-Teams ausgesandt, die den unbekannten Planeten erkunden sollen.“

Das war das Ausgangsszenario, auf dessen Grundlage die 13 Teilnehmerinnen des im Rahmen des Nordeifeler Literatur-Festivals „Lit.Eifel“ veranstalteten Theaterworkshops „Space Heroes — Parallelwelt Mittelalter“ ein Theaterstück entwickelten und nach vier kreativen Tagen schließlich unter großem Beifall auf die Bühne brachten.

Inspirierender Ort

Zunächst ging es für die Acht- und Neuntklässler der Nideggener Haupt- und Realschule auf Entdeckungstour durch das Gelände der Burg, deren Ambiente sich nicht nur als ideale Stätte für die Proben, sondern auch als inspirierender Ort für die Ideenfindung erweisen sollte. Und da es natürlich jede Menge Mut erfordert, vor Publikum zu spielen, gab Theaterregisseur Achim Krichel den Schülerinnen ein „Mantra“ für das Selbstbewusstsein mit auf den Weg, das sie sich immer vor Augen halten sollten: „Ich bin groß. Ich bin stark. Ich bin die Beste“.

„Versuchen, man selbst zu sein“

Dieses Credo zeigte Wirkung. „Zuerst war es etwas ungewohnt, durch den Raum zu gehen und diesen Satz auch laut zu sagen“, erzählten Annika, Marina, Dana und Rachel. Doch es funktionierte. „Das Geheimnis ist, dass man einfach versuchen sollte, man selbst zu sein“, erkannten sie.

Rachel, Marina, Paulina und Seval hatten sich in punkto Handlung und Figurenzeichnung schon früh für das Komödien-Genre entschieden und statteten ihre Figuren mit allerhand Eigenschaften aus, die für viele heitere Momente sorgen sollten. „A-Team-Explorerin“ Kora bekam kurzerhand einen bayerischen Akzent verpasst, der später einige unvermittelt auftauchende mittelalterliche Wegelagerer komplett zur Verzweiflung treiben sollte. Und da die „verfressene Kora“ ständig den Vorrat ihrer Kolleginnen plünderte, kam es zu einem herrlichen Zickenkrieg im Weltall.

„Hier würde ich noch eine kleine Einleitung einbauen, damit die Zuschauer noch besser verstehen, worum es geht“, regte Dozent Krichel an. „Schreiben ist schwieriger als spielen“, fanden die jungen Akteure und sahen die Arbeit eines Drehbuchautors mit neuen Augen: „Er ist es, der die erste Vision hat und die Figuren erfindet, in die sich die Schauspieler einfinden müssen.“ Auch die Tatsache, dass die Charaktere im Schreibprozess selbst mitunter noch einmal eine eigene Dynamik annehmen, empfanden die jungen Autoren als eine aufregende Erkenntnis.

Überglückliche Darstellerinnen

Am Ende des Workshops entpuppte sich das selbst erdachte Theaterstück als hinreißender Mix aus „Star Wars“, „Raumschiff Enterprise“, der 70er-Jahre-Fernseh-Kultserie „Catweazle“ und „Alice im Wunderland“. Nach der Premiere verneigten sich die Nachwuchsdarstellerinnen überglücklich vor einem begeistert applaudierenden Publikum.