Theatergruppe „Akkutaresse“ aus Heimbach spielt „Eiermeiers Kurschatten“

Laientheater : Ein Kurgast auf der Flucht vor Haus und Hof

Seit ihrem ersten Auftreten im Jahre 2006 hat die Heimbacher Theatergruppe „Akkutaresse“ den Theaterfreunden viel Freude bereitet – und dabei vor allem selbst viel Spaß gehabt.

Spielfreude, Spontaneität und eine gehörige Portion Humor zeichnen die Truppe aus und regelmäßig finden die Spielleiter Gerda und Richard Boje das passende Stück, in dem sich die originellen Typen optimal in Szene setzen können. So war es auch wieder bei den drei jüngsten ausverkauften Aufführungen im „Hasenfelder Hof“ lautes Lachen der Zuschauer hörte.

„Eiermeiers Kurschatten“ hieß der Dreiakter von Erika Elisa Karg. Zweifellos heimsten die sieben Schauspieler den meisten Applaus ein. Aber die Mannschaft hinter den Kulissen hatte sich auch ein dickes Lob verdient – für den Bühnenaufbau, das Bühnenbild und gute Lösungen von vielen kleinen organisatorischen Problemen.

In dem Stück ging es, wie der Titel verrät, um einen Kurgast, der eigentlich keine ernsthaften Beschwerden hat, aber die Abwechslung sucht vom Hühnerhof zu Hause und seiner resoluten Ehefrau – zwei Rollen, die Achim Heinen und Renate Meuter auf den Leib geschrieben waren. Sophie Heinen sorgte in der Rolle der Lilo Puppe für Lachsalven: Sie tat sich, schrill gekleidet, mit Gymnastikübungen hervor und machte sich ziemlich forsch an jeden Mann heran, der ihr begegnete. Bei Alfons Mayer, einem schüchternen Junggesellen, konnte sie nicht landen. Der Part war herrlich besetzt mit Dr. Stephan Schmitz, der oft stotterte und am liebsten mit Streichhölzern bastelte. Seine besorgte Mutter (Martha Lennartz) sorgt für Wirbel und Verwechslungen, und Andy Klug, ein cleverer Praktikant, wurde vom „Neuling“ Rüdiger Müller pfiffig und schlagfertig gespielt.

Gerda-Marie Jung in der Rolle der strickenden Kunigunde Stumm zog alle Aufmerksamkeit auf sich. Gemäß dem in ihrer Rolle vorgesehenen Sprachfehler lispelte sie drollig. Am besten war aber ihr Spiel ohne Worte, denn sie durfte sich als alte Bekannte des Eiermeier nicht zu erkennen geben und hustete nur voller Empörung, wenn der wieder mit seiner Angeberei Lügen erfand.

Die Zuschauer spendeten lang anhaltenden Applaus; die meisten von ihnen merken schon die nächsten Spieltermine vor und wollen sie nicht verpassen.

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