Düren: Theater Düren will barrierefreie Kultur möglich machen

Düren: Theater Düren will barrierefreie Kultur möglich machen

Die Liebe — sie soll schon bald die Bühne des Theater Düren beherrschen. Denn der Leitsatz für die kommende Spielzeit 2017/18 lautet „Ach die Liebe, die dumme Liebe ...“ und zieht sich wie ein roter Faden durch das Programm.

Das bedeutet allerdings nicht, dass nur Romantiker auf ihre Kosten kommen — es wird vor allem amüsant, aber auch rockig, dramatisch, abenteuerlich und ungewöhnlich. „Die Liebe hat viele Ausformungen und spiegelt sich immer weiter“, sagt Monika Rothmaier-Szúdy, die künstlerische Leiterin des Theaters.

Gemeinsam im Einsatz für Barrierefreiheit in der Kultur (v. l.): Paul Larue, Käthe Hoftrath, Johannes Esser, Karin Schubert, Gisela Hagenau, Dieter Powitz, Monika Rothmaier-Szúdy, Margret Asselhoven, Jasmin Nepomuck und Katrin Hahne-Nebbo. Foto: Laura Laermann

Daher erwartet die Zuschauer in den drei Kategorien Musiktheater, Schauspiel sowie Kinder- und Jugendtheater auch im kommenden Jahr Vielfalt. Von der Oper „Aida“ bis hin zum Tanzmusical „Footloose“, von der Komödie „Honig im Kopf“ bis hin zum Krimi „Die Netzwelt“ erstreckt sich ein breites Bühnenprogramm. Kinder können sich auf abenteuerliche Stücke, wie „Die unendliche Geschichte“, freuen. Für Jugendliche werden auch kritischere Stücke wie „My Sister Syria“, in dem es um Immigration und Terrorismus geht, angeboten.

Eine Besonderheit im Programm ist auch das Gastspiel „Ein Lieben lang“, gespielt von Senioren des FTW-Altentheaters in Köln. Daran orientiert soll es auch in Düren eine Theaterwerkstatt geben, in der Senioren, aber auch jeder andere, der Lust und Zeit hat, teilnehmen kann. Auch soll eine Zusammenarbeit der Theaterwerktstatt mit dem Jugendclub und dem Projekt Tanzwärts entstehen.

„Wir wollen den Schwerpunkt auf partizipatorische Projekte legen“, erklärt Rothmaier-Szúdy. Die Teilnehmer können also ihre eigenen Geschichten mit einbringen. Wichtig für die Kuratorin: „Die Emotionen stehen im Vordergrund, diskutieren kann man hinterher.“ Ziel ist es, Menschen das Theater nahe zu bringen und Hemmschwellen zu übertreten.

Auch wenn es darum geht, wie viel man als Besucher sieht oder hört, scheuen viele Menschen den Gang ins Theater. Um sehbehinderten oder blinden Menschen den Besuch zu ermöglichen, hat das Theater Düren zehn Audiodeskriptions-Geräte angeschafft. Über einen Kopfhörer wird das Theatergeschehen beschrieben, damit die Besucher die Handlung besser nachvollziehen können. Karin Schubert hat bereits erste positive Erfahrungen mit den Geräten gemacht: „Ich finde es fantastisch“, sagt die blinde Opern- und Operettenliebhaberin. „Man bekommt einen guten Überblick über die Zusammenhänge und auch die Bühnenoutfits werden detailliert beschrieben.“

Barrierefrei auf ganzer Linie

Finanziert werden konnten die rund 500 Euro teuren Geräte durch Spenden der Sparkasse, der Stadtwerke und durch private Spenden. Wenn der Bedarf nach den Geräten steigt, sollen weitere angeschafft werden. Zudem können sie auch als Hörverstärker eingesetzt werden.

Die Barrierefreiheit setzt sich auch in der Gestaltung des Programmheftes fort. Das Cover des Heftes ist mit Brailleschrift für Blinde versehen, für die Inhalte gibt es eine zusätzliche CD, auf der die einzelnen Stücke beschrieben werden.

In dem Programmheft sind zudem die Konzerttermine der Cappella Villa Duria und ein Teil des Angebots des Kulturzentrums „Komm“ zu finden. Den Auftakt bei Cappella Villa Duria macht Heribert Koch am 13. August mit einem Klavierkonzert. Es folgt ein breites Spektrum musikalischer Genre — viel Jazz und klassischer Musik mit Streich- und Blasinstrumenten, am Klavier und an der Gitarre. Aber auch Gesang hat Capella Villa Duria im Repertoire: „Ein besonderes Highlight wird Jean Faure und sein Orchester sein“, sagt Gisela Hagenau, Vorsitzende des Fördervereins der Musikschule.

In der Commedy-Landschaft bietet das „Komm“ dem Publikum ein bunte Mischung aus Theater, Kabarett, Musik, Literatur und Ausstellungen. Herbert Knebels Affentheater wird im März 2018 mit musikalischen Parodien auftrumpfen.

Zudem steht am 19. OKtober wieder die „SWD.Kommedy.Abende Revue“ an, die schon im letzten Jahr gut angekommen sei, wie Margret Asselhoven vom Komm sagt. Weitere Infos gibt es unter www.dueren-kultur.de, www.capellavilladuria.de und unter www.komm-dueren.de.