The Choir of Man im Haus der Stadt Düren

Reichlich Bier und gute Laune : Kneipenatmosphäre im Haus der Stadt

Sie sind jung, sie sind talentiert, sie verbreiten pure Lebensfreude: The Choir Of Man bescherte den Gästen des Haus der Stadt einen außergewöhnlich unterhaltsamen Abend voller Musik, Tanz und Comedy.

Die ausverkaufte Show der neunköpfigen Gruppe aus England nahm die Gäste mit in einen britischen Pub, wo reichlich Bier und gute Laune oberste Priorität haben. Von Anfang an herrschte eine locker-beschwingte Stimmung im Saal. Kein Wunder, denn die Zuschauer waren schon vor dem eigentlichen Beginn der Show dazu angehalten, mit auf die Bühne zu kommen, sich zu unterhalten und ein kostenloses Bier an der Theke der Kneipen-Kulisse abzuholen. „Es ist eine Win-Win-Situation: Je mehr ihr trinkt, desto besser klingen wir“, stellte einer der Akteure fest.

The Choir Of Man – das sind neun junge Männer aus dem Vereinigten Königreich, die am Freitag in ihrem ungewöhnlichen Bühnen-Format alle eine andere Figur verkörperten. Da wäre George, der „Erzähler“, der im Laufe des Abends immer wieder eine Moderationsrolle übernahm und à la Poetry Slam vor sich hin philosophierte. Oder Ben, das tiefgründige „Biest“ mit der Gitarre. John, der aufgekratzte Casanova oder der rundliche Kneipenwirt Tom, der nicht nur begnadeter Sänger ist, sondern auch einwandfrei Geige spielt.

Eines haben die neun Briten jedoch alle gemeinsam: Sie sind wahnsinnig talentiert. Jeder Einzelne singt, musiziert und schauspielert auf einem extrem hohen Niveau. Es gelang ihnen, auch mithilfe des detaillierten Bühnenbilds in Form eines originalgetreuen englischen Pubs, mitsamt Theke und Inventar, eine muntere Kneipenatmosphäre im Saal zu schaffen.

Im Vordergrund stand die Musik. „Teenage Dream“ von Katy Perry, „I'm Gonna Be“ von The Proclaimers oder auch der „Pina Colada Song“ von Rupert Holmes – die Gruppe machte vor keinem Musikstil und keiner Epoche der Rock- und Popmusik halt. Vor allem energiegeladene Stimmungstitel, aber auch ruhigere Balladen präsentierte sie jeweils in ganz eigenen Unplugged-Versionen mit verschiedenen Instrumenten und kräftig-gefühlvollen Stimmen. Sologesang und kanonische Chorarrangements, Klavierbegleitung, Stepptanz, Percussion oder auch Geige und Trompete – es scheint nichts zu geben, was die neun Künstler nicht beherrschen.

Zwischendrin gab es auch immer wieder lustige, schauspielerische Passagen in englischer Sprache. Hierfür schnappten sie sich kurzerhand den ein oder anderen Zuschauer, der daraufhin in das muntere Geschehen auf der Bühne miteinbezogen wurde. Besonders auffallend war in den komödiantischen Szenen die humorvoll-selbstironische Mimik und Gestik sowie die starke Körperbeherrschung. Als sich die neun Akteure beispielsweise bei Adeles „Hello“ in pantomimischer Zeitlupe bewegten, wirkte das Ganze fast wie ein filmischer Effekt.

Jede Minute der Show war unterhaltsam – selbst das Umräumen zwischen den einzelnen Programmpunkten war bei „The Choir Of Man“ ein Augenschmaus.

Obwohl sie mit ihren prägnanten Stimmen und ihren dynamischen Tanz- und Showelementen absolut professionell auftraten, wirkten die jungen Künstler trotzdem wie eine Truppe gewöhnlicher, lebensfroher Freunde, die gemeinsam Spaß haben und einen lustigen Kneipenabend verbringen. Vielleicht ist es eben diese sympathische Leichtigkeit, die die Männergruppe so erfolgreich macht. Die rund anderthalbstündige Show endete mit einem furiosen Finale, bei dem der gesamte Saal mitsingend und klatschend die Gruppe verabschiedete und im Stehen tosenden Beifall spendete.

(nie)