Mariaweiler: Teuer und schön: Neuer Chemietrakt in der Anne-Frank-Gesamtschule

Mariaweiler: Teuer und schön: Neuer Chemietrakt in der Anne-Frank-Gesamtschule

Die lokalen Medien vermeldeten es Anfang September letzten Jahres: Brand zerstört den Chemietrakt in der Anne-Frank-Gesamtschule Mariaweiler. Die Experten stellten damals schnell fest, dass ein defekter Doppelstecker der Übeltäter war, der alle Räume des Chemietrakts im Erdgeschoss der Schule unbrauchbar gemacht hatte. Die Folge: Alle Chemieräume wurden entkernt und in den Rohbauzustand zurückversetzt.

Kein Stein blieb auf dem anderen. Böden, Decken, Wände, Fenster, Türen, Heizkörper, alles musste raus. Natürlich kamen auch sämtliche Geräte, sämtliche Schränke auf den Sondermüll. Unvorstellbar. Jetzt ist die Zeit der Improvisation vorbei, der Chemieunterricht kann wieder in geregelten Bahnen stattfinden. Doch etwas ist anders als vorher. Selbstverständlich erstrahlen die restaurierten Räume in neuem Glanz, neue Heizkörper versprechen wohlige Wärme.

Blickt der neugierige Besucher aber zur Tafel, so sieht die ganz anders aus. Es ist eine hochmoderne Interaktionstafel, die ähnlich funktioniert wie ein Computer mit vielen seiner Möglichkeiten.

Die Arbeitsplätze der Schüler sind nicht mehr fest im Boden verankert, sondern die Tische können versetzt werden, alle Leitungen kommen nun von der Decke runter. Jeweils vier Schüler können mit einem „Medienlift“ arbeiten, der Gasleitungen, Steckdosen und Anschlüsse für Laptops beinhaltet. Betätigt wird das Ganze vom Lehrer über eine Steuerung. Eine große Plastikhaube signalisiert, dass giftige Dämpfe direkt über den höchsten Punkt des Gebäudes nach draußen geleitet werden. Bewusstseinsstörungen nach Einatmen giftiger Schwefeldämpfe sind damit in Zukunft ausgeschlossen.

Ohne Reibungsverlustel

Schüler, Eltern und Lehrer freuen sich über den neuen Chemietrakt, der aus heutiger Sicht auf dem neuesten technischen Stand ist. Hans-Willi Stollenwerk, Gesamtschuldirektor, zeigte sich voll des Lobes über die gelungene Zusammenarbeit aller Gremien während des Ausbaus. „Ich finde es fantastisch“, sprach er auch den anderen Festgästen aus dem Herzen, „dass alle Beteiligten ohne Reibungsverluste in einer sehr menschlichen Art und Weise miteinander kommuniziert haben.“

Der Gemeindeversicherungsverband (GVV) habe sich beispielsweise äußerst korrekt und fair verhalten. Der Vertreter des Schulträgers, Karl-Josef von der Lieck, Gebäudemanagement der Stadt, stimmte in diese Lobeshymne gerne ein. Die Stadt Düren zeigte sich verständnisvoll, wenn es um wertverbessernde Ausführungen in der Ausstattung ging, die etwas teurer waren.

Dafür wurde dann an anderer Stelle gespart. Die gesamten Restaurierungsarbeiten lagen von schulischer Seite in den Händen von Reinhard Schriever, Koordinator für Naturwissenschaften, der in der Endphase Schülerinnen und Schüler aller Jahrgänge in ihrer Freizeit zur Mithilfe animieren konnte, wenn es um das Einräumen der Schränke oder die Kennzeichnung von Behältnissen ging.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Ein neuer Chemietrakt auf hochmodernem Stand, eingerichtet für knapp 500.000 Euro

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