Düsseldorf/Düren: Tedrive-Management lehnt Altersteilzeit-Härtefonds ab

Düsseldorf/Düren: Tedrive-Management lehnt Altersteilzeit-Härtefonds ab

Am Rande einer Aufsichtsratssitzung des insolventen Automobilzulieferers Tedrive, an dem neben Arbeitnehmervertretern aus Düren auch Kollegen aus dem Werk in Wülfrath teilnahmen, ist es in Düsseldorf zu einem Eklat gekommen.

Wie der Dürener Betriebsratsvorsitzende Peter Nießen berichtet, wurde ein Vertreter der Münchner Orlando Management GmbH, die den Finanzfonds vertritt, dem Tedrive gehört, gegenüber einem anwesenden Journalisten handgreiflich.

Die Szene ereignete sich, als Betriebsräte und mitgereiste Altersteilzeitler eine Resolution übergeben wollten, in der sie das Management und die in den Niederlanden beheimatete und nicht von der Insolvenz betroffene Tedrive Holding auffordern, umgehend Geldmittel in einem Härtefonds bereit zu stellen.

Hintergrund: Die Gesellschaft hat entgegen der gesetzlichen Bestimmungen das Wertguthaben der Altersteilzeitler, 21 allein in Düren, nicht wie vorgeschrieben gegen Insolvenz versichert. „Wir haben es nicht verdient, Hartz-IV-Empfänger zu werden”, appellierten die Betroffenen an das soziale Gewissen der Manager.

Wie die Westdeutsche Zeitung schreibt, wehrte sich ein Orlando-Vertreter gegen Aufnahmen eines WZ-Fotografen und schlug ihm das Blitzgerät von der Kamera. „Jetzt hat das Management seine Maske abgelegt und zeigt sein wahres Gesicht”, kommentierte Peter Nießen am Freitag tief enttäuscht das Szenario. Denen ist vollkommen egal, ob die Leute künftig Hartz IV beziehen müssen.

Inhaltlich, so Nießen, wiesen die Orlando-Vertreter jede Schuld von sich. Sie seien nicht bereit, einen Härtefonds zur Verfügung zu stellen. „Für die Management GmbH ist die Geschäftsführung vor Ort und die Geschäftsführung des Vorbesitzers Visteon für die Situation verantwortlich”, so Nießen.