Düren/Aachen: Tedrive: 77 Millionen Euro Forderungen

Düren/Aachen: Tedrive: 77 Millionen Euro Forderungen

Während in der letzten Woche 200 der 880 Mitarbeiter ihre Kündigung erhielten, ist seit Montag auch das gesamte Ausmaß der finanziellen Schieflage beim Automobilzulieferer Tedrive offensichtlich.

Bei der ersten Gläubigerversammlung am Amtsgericht Aachen wurden allein gegenüber der Tedrive Germany GmbH in Düren Forderungen in Höhe von rund 77 Millionen Euro geltend gemacht.

Als Ursache der Pleite nannte Insolvenzverwalter Dr. Andreas Ringstmeier bislang nicht gekannte Umsatz- und Ergebniseinbrüche, die Tedrive mit voller Wucht getroffen hätten.

Die notwendige Umstrukturierung sei nur mit tatkräftiger Unterstützung des Betriebsrates und der Belegschaft möglich, immer vorausgesetzt, der Hauptkunde Ford bleibt trotz Wirtschafts- und Automobilkrise bei der Stange.

Eine noch größere Herausforderung, so Ringstemeier, sei die Sanierung. Das geordnete Bieterverfahren, das derzeit auf einen Verkauf hinausläuft und im Sommer abgeschlossen sein soll, sei nur mit Zugeständnissen der Tedrive Holding in den Niederlanden erfolgreich umzusetzen, bei der Lizenzen, Patente und wesentliche Mietvereinbarungen liegen.

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