Düren: Taxifahrer bestreitet sexuelle Belästigung

Düren: Taxifahrer bestreitet sexuelle Belästigung

Zu viele Fragen blieben unbeantwortet, um einen 37 Jahre alten Taxifahrer ins Gefängnis zu schicken. Der Dürener war angeklagt, im vergangenen März in dem von ihm gesteuerten Mietwagen eine 20-jährige Frau sexuell belästigt zu haben.

Die Staatsanwältin hatte in dem Prozess auf eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten plädiert. Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Hans-Georg Wingen sprach den Angeklagten frei.

Fahrer und Fahrgast schildern die Fahrt, die gegen 4.30 Uhr von einer Dürener Diskothek nach Lendersdorf führte, unterschiedlich. Die Frau erklärte, der Fahrer habe sie kurz vor dem Fahrtziel gegen ihren Willen geküsst, sie befummelt und zu Oralverkehr gezwungen. An Einzelheiten, etwa die Höhe des ausgehandelten Fahrpreises, konnte sie sich vor Gericht nicht mehr erinnern. Allerdings räumte sie ein, in dem Lokal Bier und Wodka getrunken zu haben. Dies bestätigte auch ein freiwillig am Morgen bei der Polizei gemachter Alkoholtest. Erinnern konnte sich die junge Frau daran, dass sie am Fahrtziel mit dem Fahrer die Handy-Nummer ausgetauscht habe.

Völlig anders schilderte der Angeklagte den Verlauf. Die 20-jährige habe mit ihm einen Preis von acht Euro ausgemacht und ihm zwei Fünf-Euro-Scheine gegeben, wenn sie für das „Trinkgeld” eine Zigarette bekomme. Während der Fahrt sei sie es auch gewesen, die ihn zu Zärtlichkeiten überreden wollte. Dies habe er aber mit Hinweis auf seinen Job abgelehnt. Ungeachtet dessen habe die Frau gesagt, sie hätte Lust auf Sex im Auto. Sie habe ihn auf den Mund geküsst und angesichts seines abweisenden Verhaltens gefragt, ob er schwul sei. Da die Frau betrunken gewesen sei, habe man die Handy-Nummern ausgetauscht mit dem Vorsatz, am nächsten Tag miteinander zu telefonieren.