Langerwehe: Symbiose von Kunst und Handwerk im Töpfereimuseum

Langerwehe: Symbiose von Kunst und Handwerk im Töpfereimuseum

„Auf dem Weg“ lautet der Titel der neuen Sonderausstellung im Töpfereimuseum Langerwehe, die bis zum 13. März des kommenden Jahres zu sehen ist. Die Ausstellung zeigt ausschließlich Werke von Künstlerinnen aus dem Bereich angewandte Kunst der Bonner Regionalgruppe des Vereins „Gemeinschaft deutscher und Österreichischer Künstlerinnen“, kurz GEDOK.

In dem 1926 in Hamburg gegründeten Verein organisieren sich seit jeher Künstlerinnen, um ihrer Arbeit Öffentlichkeit zu verschaffen und ihre Interessen zu vertreten.

In der Begrüßungsrede bedankte sich Museumsleiterin Dr. Kirsten Ulrike Maaß bei den zahlreich erschienen Künstlerinnen und den helfenden Händen, ohne die eine solche Ausstellung nicht möglich gewesen sei. „Die Künstlerinnen des GEDOK Bonn haben sich ‚auf den Weg’ gemacht, um in einem Grenzgang das Verhältnis zwischen freier Kunst, angewandter Kunst und Kunsthandwerk auszuloten“, sagte Maaß zur thematischen Vielfalt der Ausstellung.

Dr. Clotilde Lafont-König, die Vorsitzende der GEDOK Bonn, deren Werke auch Teil der Ausstellung sind, ging ebenfalls auf den Ausstellungstitel ein: „‚Auf dem Weg’ — das passt sehr gut zur aktuellen politischen Situation, denn momentan befinden sich Hunderttausende in Europa auf dem Weg zu etwas Schönerem, Besserem.“

Im Anschluss an die Begrüßungsreden schloss die Feierstunde, die vom Stolberger Pianisten Theo Palm mit Kompositionen von Mozart, Skrjabin und Norton am Klavier begleitet wurde, mit der ausführlichen Vorstellung der Ausstellung.

Die Kölner Fachjournalistin Antje Soléau stellte fest, dass es „heute immer noch nicht selbstverständlich“ sei, dass Frauen sich künstlerisch betätigten. Ausstellungen in großen Museen seien immer noch männlich dominiert: „Deshalb kann und muss der Titel ‚Auf dem Weg’ immer auch im Lichte der teils verschlungenen Wege gesehen werden, auf denen Frauen zur Kunst finden.“

Die anschließende Schilderung der verschiedenen Arbeiten zeigte die große Bandbreite der Ausstellung auf: Neben — für ein Töpfereimuseum — klassischen (Ge-)Werken aus Ton und Keramik haben die Künstlerinnen mit handgeschöpftem Papier, Faden- und Wollstickereien, Filz und Papiergarn gearbeitet und dies zum Beispiel mit Kalligraphie und Malerei kombiniert. Ihren Vortrag beendete Antje Soléau mit einem Appell an die Gäste: „Finden Sie heraus, was die Künstlerinnen ‚auf ihrem Weg’ gefunden haben!“