Düren: SWD.KOMMedy.Abende: Wenn sich Künstler gegenseitig anstecken

Düren: SWD.KOMMedy.Abende: Wenn sich Künstler gegenseitig anstecken

Als Herr Schulze und Herr Schroeder irgendwann am Donnerstagabend nach Düren kamen, haben sie gedacht: Hier ist der Hund begraben. Als sie dann eine Weile in der Stadt waren, dachten sie: Wir haben recht.

Und obwohl die beiden später auf der Bühne im Haus der Stadt standen, nimmt ihnen diese Einschätzung niemand übel, im Gegenteil: Herr Schulze und Herr Schröder, auch bekannt als „Wallstreet Theatre“, kommen als Moderatoren der Eröffnungsrevue für die SWD.KOMMedy.Abende prächtig an. Natürlich sind sie weit mehr als einfach nur Ansager. Sie bringen ihr eigenes Programm und sorgen zwischen den Auftritten der übrigen Künstler immer wieder für eine wohltuende Auflockerung.

Vielleicht war es so, dass sich alle gegenseitig motivierten und letztlich ansteckten. Der Revue-Abend hinterließ im voll besetzten Haus der Stadt einen offensichtlich guten Eindruck. Wenn Vera Deckers als wirkliche Diplom-Psychologin Alltagskommunikation beleuchtet, hat das ebenso viel Wiedererkennungswert wie die Pointen von Johannes Schröder, der als wirklich studierter Deutschlehrer weiß, wovon er spricht, wenn er sich über die Feinheiten deutscher Grammatik auslässt.

Die von den Stadtwerken initiierte Eröffnungsrevue bietet aber nicht nur Komik, sondern auch Musik und Akrobatik — die Mischung macht‘s. Und für die ist auch in diesem Jahr Thomas Lüttgens federführend verantwortlich, er ist ansonsten der Künstlerische Leiter im Dürener „Komm“-Zentrum. Dort werden auch die meisten Einzelgastspiele der Künstler, die Donnerstag im Haus der Stadt waren, stattfinden.

Das von Onkel Fisch zum Beispiel, ein Duo, das den Wahlkampf intelligent sezierte oder das von Basta, eine Gruppe, die mit ihrem Acapella-Gesang humorvolle Ausrufezeichen setzte. Und nicht zuletzt das von Hennes Bender, der mit einer schönen Wortschöpfung aufwartete: Den längst überall bekannten Städtenamen Würselen nahm er als Verb, was dann so viel bedeutet wie: suchen, nach etwas kramen.

Wer etwas verloren habe und hektisch versuche, es zu finden, würde: würselen. Irgendwie passt das ja schon: Wenn Martin Schulz auf der Suche ist nach den Prozenten für die SPD, macht er was? Würselen. Gerne natürlich auch in seiner Heimatstadt.

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