SWD Powervolleys: Zwei Bundesligaspiele in zwei Tagen

Volleyball-Bundesliga: Die Powervolleys vor einem schweren Doppelspieltag

Nach der bitteren Heimniederlage gegen Herrsching wollen die Powervolleys am Wochenende gleich zweimal punkten. Aber wie kann das gelingen?

„Wir müssen die guten Sachen mitnehmen, und die schlechten möglichst schnell vergessen, auch wenn die Enttäuschung natürlich groß ist. Wir stehen vor einem schwierigen Doppelspieltag. Da müssen wir wieder alles geben.“ Justin Wolff ist Co-Trainer der SWD Powervolleys, trägt aber im Augenblick die volle Verantwortung, weil Chef-Coach Stefan Falter krankheitsbdedingt ausfällt.

Dürens Volleyball-Bundesligisten haben am Mittwoch gegen die WWK Herrsching Volleys das zweite Bundesligaheimspiel dieser Saison verloren – sehr unglücklich mit 2:3 nach einer 2:0-Führung. „Wir haben einfach viel zu viele Fehler gemacht. Das müssen wir abstellen.“ Kommunikation, ergänzt der 26-jährige Co-Trainer, sei jetzt besonders wichtig. „Ich werde mit allen Spielern sprechen“; sagt Wolf, aber es ist auch wichtig, dass die Jungs untereinander sehr viel reden.“

Jaromir Zachrich, der am Mittwoch als Co-Trainer dabei war, und auch am Wochenende mit nach Berlin und Königs Wusterhausen fährt, um die Mannschaft zu unterstützen, betont, dass Düren seine Favoritenrolle in beiden Spielen annehmen muss – und annehmen will. „Solche Spiele wie das am Mittwoch, wo irgendwann wirklich gar nichts mehr funktioniert hat, sind eine absolute Ausnahme. Natürlich ist es für uns schwierig, dass die beiden nächsten Spiele jetzt so schnell kommen und so wichtig sind. Ich hoffe aber, dass wir diesem Druck standhalten können.“ Königs Wusterhausen sei zu Hause immer ein schwerer Gegner und auch VCO Berlin, der Bundesstützpunkt für den Volleyball-Nachwuchs, dürfe auf keinen Fall unterschätzt werden. Zachrich: „Es ist immer so, dass VCO desto unangenehmer wird, je länger die Saison dauert. Hinzu kommt, dass es in dieser Spielzeit einen außergewöhnlich starken Jahrgang gibt. Beides wird eine schwere Aufgabe.“ Nicht zu vergessen die Doppelbelastung von zwei Bundesligaspielen innerhalb von zwei Tagen. „Es muss schon viel funktionieren“, sagt Zachrich, „damit wir mit sechs Punkten nach Hause kommen. Aber wir wollen ja oben und nicht unten mitspielen.“ 

Fehlerquote viel zu hoch 

Ähnlich sieht das auch Mannschaftskapitän Michael Andrei. „Ich fahre mit dem Anspruch nach Berlin und Königs Wusterhausen, mit zwei Siegen zurück nach Hause zu kommen. Das ist klar. Wir dürfen nicht so lange über die Niederlage gegen Herrsching nachdenken.“ Die Fehlerquote sei am Mittwoch einfach viel zu hoch gewesen, die Körpersprache seines Teams nicht gut. „Wir leben von unserem Aufschlag, und der muss unbedingt wieder besser werden. Wir hatten am Mittwoch 22 Aufschlagfehler und nur vier Asse. Das ist ein mehr als schlechtes Verhältnis.“ Auch deswegen, erklärt Andrei, hätten gestern im Training vor allem auch Aufschlag und Annahme auf dem Programm gestanden. Andrei: „Die Reaktion auf diese Niederlage muss sein, dass wir die beiden nächsten Spiele dominieren.“

Natürlich sei es immer schwierig, so der Mittelblocker, wenn der Trainer ausfalle. „Das ist keine Frage. Aber Justin Wolff macht einen sehr guten Job. Und die erfahrenen Spieler sind jetzt gefordert und müssen mehr Verantwortung übernehmen. Das passiert auch.“

Königs Wusterhausen sei ein unangenehmer Gegner, den man nicht unterschätzen dürfe. „Die stehen im Augenblick auf Tabellenplatz neun, wollen aber natürlich auch in die Play-offs. Das muss uns klar sein.“ Seine Mannschaft, ergänzt der Kapitän, habe immer noch die Möglichkeit, vor den Play-offs auf Tabellenplatz drei zu landen. „Das ist deswegen so wichtig, weil wir dann im Viertelfinale ein Heimspiel mehr haben.“ Auch wenn sein Team das am Mittwoch nicht gezeigt habe: „Wir sind zu Hause in der Regel stärker.“ 

Schwer zu schlagen 

Zwei Siege sind aber auch deswegen wichtig, weil beim nächsten Heimspiel mit den Berlin Recycling Volleys der amtierenden Deutsche Meister nach Düren kommt. Andrei: „Da geht im Augenblick viel ab. Sie haben zuletzt mit dem Russen Sergey Grankin einen Olympiasieger verpflichtet, der nochmal eine ganz andere Hausnummer sein wird.“ Trotzdem hält Michael Andrei auch dann einen Sieg für möglich. „Alle kochen mit dem gleichen Wasser, alle spielen das gleiche Spiel. Wenn wir als Mannschaft weiter zusammenrücken, sind wir schwer zu schlagen. Auch für den Deutschen Meister.“

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