Düren: SWD Powervolleys: Der Reiz des solide geführten Bundesligisten

Düren: SWD Powervolleys: Der Reiz des solide geführten Bundesligisten

Stefan Falter hat ein großes Problem. Es heißt Blair Bann. Der beste Libero der Welt wird erst am 5. Oktober wieder zum Kader des Volleyball-Bundesligisten stoßen. Noch sieben Wochen muss der alte Co-Trainer und neue Chefcoach der SWD Powervolleys Düren in der Vorbereitung auf die neue Spielzeit auf seinen wichtigsten Abwehrmann verzichten: „Das ist schon eine Herausforderung, da nur neun Tage später die Saison beginnt“, sagt der Schmidter.

Abhilfe muss also her. Und so suchen die Powervolleys nach einem Libero aus einer höherklassigen Mannschaft, der Banns Fehlen kompensieren soll. Und weil mit Außenangreifer Karli Allik und Zuspieler Stijn D’Hulst zwei weitere Spieler bei ihren Nationalmannschaften weilen, werden Gastspieler den Kader komplettieren, damit Falter und seinem Co-Trainer Justin Wolff zwölf Spieler während der Trainingseinheiten zur Verfügung stehen. „Manche Bundesligisten haben mit viel weniger Spielern jetzt die Vorbereitung begonnen“, freute sich Gesellschafter Erich Peterhoff über die vielen Volleyballer auf dem Spielfeld.

Dort wärmte sich am Dienstag beim offiziellen Trainingsauftakt auch Dirk Westphal auf. Der 2,03 Meter große und 31 Jahre alte Außenangreifer und Annahmespezialist war erst Anfang der Woche zum Kader gestoßen. Der 78-fache ehemalige deutsche Nationalspieler kehrt nach acht Jahren im Ausland in Deutschlands höchste Volleyball-Liga zurück. Sein letzter Verein in der Fremde war Shahrdari Tabris im Iran.

Ein gutes halbes Jahr dauerte dort die Saison. Und eigentlich wollte Westphal bei seiner Rückkehr nach Deutschland wegen Frau und Kind nur für einen Verein im Umkreis von rund 300 Kilometer um seine Heimatstadt Berlin angreifen und annehmen. So viele Klubs gibt es aber in dem Radius nicht. Und anders als im vergangenen Jahr, als sich Westphal für das sehr gut dotierte Angebot im Iran entschied, folgte er nun dem Ruf der Powervolleys.

„bessere Mannschaft als die der Vorsaison“

„Düren ist ein seit vielen Jahren sehr solide geführter Verein. Da weiß man, wo man ist“, sagte Wetsphal und verwies weiter darauf, dass er trotz seiner langjährigen Abwesenheit einige Spieler des aktuellen Kaders durchaus gut kennt: Mit D‘Hulst spielte er in Belgien bei Knack Roselaere, mit Michael Andrei und Tim Broshog gewann er mit der deutschen Nationalmannschaft 2014 WM-Bronze. Und sagt er: „Ich glaube schon, dass wir in der kommenden Saison eine bessere Mannschaft als die der Vorsaison haben.“

In diesem Team soll der Routinier eine führende Rolle spielen: „Seine Verpflichtung war eine extrem wichtige für uns, auch weil er unseren jungen Annahmespielern Rückhalt sein kann“, erklärte Stefan Falter den Zugang, den so mancher auch als „Königstransfer“ bezeichnet. Die Rolle als Leitwolf würde Westphal nicht unbedingt ablehnen, aber: „Es gibt in unserem Team solche ‚alten Hasen‘ wie Kapitän Jaromir Zachrich, Michael Andrei und Tim Broshog. Die werden das Team schon führen, zumal ich mich ja auch noch einarbeiten und einleben muss.“

Dieses Einleben ist im Iran nicht schwer gefallen, trotz der großen Unterschiede zwischen dem westlichen Deutschland und dem muslimischen Land: „Die Menschen sind gastfreundlich, sie helfen einem, wo sie nur können.“ Der Verein sorgte für ein „Rundum-sorglos-Paket“. Außerdem hat Volleyball dort eine enorme TV-Präsenz. Die Fans dagegen können aggressiv sein: „Es hat schon Spielabbrüche gegeben“. erzählt Westphal.