Düren: Suppenfest: So interessant schmeckt die Nordstadt

Düren: Suppenfest: So interessant schmeckt die Nordstadt

Wer auf kulinarische Weltreise gehen wollte, musste am Wochenende nur das „Haus für Alle“ im Dürener Norden ins Navigationsgerät eintippen. Dort ließ sich am Sonntag beim internationalen Suppenfest vortrefflich in die Kochtöpfe der Welt schauen — probieren konnten die über 100 Besucher die Köstlichkeiten natürlich auch.

Die thailändische Hühnersuppe köchelte in Nachbarschaft zu einer Erbsensuppe, die nigerianische Spinat-Erdnuss-Suppe in Blickweite einer italienischen Minestrone. Zum zweiten Mal hatte die Projektgruppe „Haus für Alle“ zu diesem Fest eingeladen.

Standen zur Premiere 14 Suppen zur Verköstigung bereit, waren es dieses Mal schon 18. „Selbstverständlich machen wir weiter! Im nächsten Jahr werden wir sicherlich noch mehr Köche begrüßen können“, ist Projektgruppensprecher Ralf Schmitz überzeugt, mit dem Suppenfest den Geschmack der (Nord-)Dürener getroffenen zu haben.

Gemütliche Atmosphäre

Die Idee ist schnell erklärt: In gemütlicher Atmosphäre sollen die Menschen aus der Nordstadt zu Mittag essen, Suppen und Rezepte teilen, miteinander ins Gespräch kommen und Kontakte knüpfen.

Die Köche, zu denen auch Vertreter von Vereinen und Institutionen zählten, erhielten vom Verein „Stadtteilvertretung Nord-Düren“ einen kleinen Unkostenbeitrag, viele Köche spendeten die neun Euro aber wieder für die Arbeit der Stadtteilvertretung. Gäste mussten nichts bezahlen, gingen aber an Nachmittag um viele (kulinarische) Erfahrungen reicher nach Hause.

„Nord-Düren ist so vielseitig wie die Suppen. Jeder Koch bringt ein Stück Heimat mit an den Tisch“, sagte Ralf Schmitz. Multikulti sei in der Nordstadt kein Modewort, sondern Realität. Für die Organisatoren des Suppenfestes war es auch eine Selbstverständlichkeit, die Bewohner des Flüchtlingsheimes in der Nordschule einzuladen.

„Wir haben in der Nordstadt ein Haus gekauft und von diesem Fest gehört. Da wollten wir etwas beisteuern“, sagte Ahmet Chaudry (58). Mit seiner Ehefrau Rukhsana stand er am Sonntag stundenlang in der Küche um eine pakistanische Hühnersuppe zu kochen. Ein Gericht, das sonst zu großen Familienfeiern serviert wird.

Arnold Malsbenden (65) steuerte eine Minestrone bei. „Ich koche sehr gerne — und meine Urgroßmutter war Italienerin“, sagte der Norddürener. Er begrüße die positive Entwicklung im Stadtteil, wünscht sich allerdings, dass mehr Menschen mit Migrationshintergrund die Arbeit der Stadtteilvertretung unterstützen.

Über Mund-zu-Mund-Propaganda hat Mercy Edionseri (40) von dem Suppenfest gehört. Sie ist erst vor Kurzem nach Düren gezogen. „Ich mache gerne mit, lerne neue Leute kennen“, sagte die Nigerianerin, die von vielen Besuchern nach dem Rezept der Suppe gefragt wurde.

Die Erfahrungen aus den beiden Suppenfesten wollen die Organisatoren nutzen, um eine internationale Rezeptsammlung anzulegen — und nach und nach die Köche vorzustellen.

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